Norbert Ernst
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Ein Meistersinger aus dem Liedfach

Manchmal kommt es anders, als man denkt: Der österreichische Tenor Norbert Ernst wollte Musikpädagoge, Lied- und Konzertsänger werden – doch dann verschlug es ihn auf die Opernbühne.

Wohl fühl ich, wie…
Schreker / Zemlins…
Norbert Ernst / Kr…
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Norbert Ernst und Kristin Okerlund schaffen es, jedes Lied klar zu charakterisieren und deutlich zu machen, wie reich die Musik an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gewesen ist, aber auch, dass es heute noch begabte Komponisten gibt, die der Liedgattung Impulse geben können. Eine bemerkenswerte Aufnahme für Liebhaber des Außergewöhnlichen. pizzicato, Oktober 2013

 

Seit der Saison 2010/11 ist Norbert Ernst Mitglied im Ensemble der Wiener Staatsoper. Er selbst bezeichnet sich als „Opernsänger per Zufall“; er studierte Lied und Oratorium bei Robert Holl an der Wiener Musikuniversität und erhielt wichtige Impulse durch Meisterkurse bei Kurt Equiluz und Walter Berry. Allerdings: „Manchmal nimmt man dann eben den Umweg über die Oper“, sagt er und erinnert sich an seine Kindheit: „Musik war immer ein Faktor. Mit sechs Jahren habe ich mit der Geige begonnen. Mein Volksschullehrer wollte, dass ich zu den Sängerknaben gehe, was ich dann aufgrund der Aussicht, ins Internat zu kommen, aber nicht gemacht habe. Meine Eltern waren sehr musikalisch, haben auch solistisch im Kirchenchor gesungen. Das war in Edlitz in der Buckligen Welt, einer kleinen Gemeinde, 1000 Seelen, ganz ländlich. Dennoch gab es eine sehr gute Ausbildung an der Musikschule.“

Von Edlitz ging es nach Wiener Neustadt ans Josef-Matthias-Hauer-Konservatorium. Hier begegnete Norbert Ernst seinem ersten Gesangslehrer Gerd Fussi. „Ich wollte Gesangslehrer werden und ich habe daher auch Pädagogik studiert. Dann lief aber alles doch recht gut, und ich habe die Aufnahmeprüfung für das Kurzstudium Lied und Oratorium an der damaligen Hochschule gemacht. Danach wollte ich unterrichten und in den Konzertberuf gehen.“

Die Operette „Wiener Blut“ kam ihm dazwischen. Für eine Aufführung an der Universität fehlte ein Tenor, und man fragte Norbert Ernst. In der Aufführung saß jemand von einer deutschen Agentur. Daraus resultierte ein Vorsingen an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, wo man dringend einen David für Wagners „Meistersinger“ suchte. 2002 wurde Norbert Ernst Ensemblemitglied in Düsseldorf, und die Weichen für eine Opernlaufbahn waren gestellt. Der David wurde dabei so etwas wie eine Schlüsselpartie für den Sänger.

„Mein Lehrer hat mir schon sehr früh gesagt, das wird eine zentrale Rolle für mich sein. Ich habe den David daher bereits 1994 zu studieren begonnen, sonst wäre es auch nicht möglich gewesen, ihn als meine erste Bühnenpartie zu singen“, erzählt der Sänger. Nach nur einem Jahr in Düsseldorf wurde er bereits zum Vorsingen nach Bayreuth eingeladen, wo er 2004 als Knappe in „Parsifal“, in der Inszenierung von Christoph Schlingensief, seinen Einstand gab. Es folgte der Steuermann im „Fliegenden Holländer“, und von 2007 bis 2011 war er der David in Katharina Wagners „Meistersinger“-Produktion – eine spannende Erfahrung, wie Ernst sich erinnert. Immerhin handelte es sich um den vielbeachteten Regie-Einstand der Wagner-Urenkelin in Bayreuth.

Hochspannung beim Wien-Debüt

David – die Dritte, so hieß es bei seinem Debüt an der Wiener Staatsoper. Es war die legendäre „Meistersinger“-Serie unter Christian Thielemann im Jänner 2008. Sowohl Michael Schade als auch Herwig Pecoraro waren vor der ersten Vorstellung erkrankt – und die Staatsoper suchte verzweifelt Ersatz. Christian Thielemann schlug Norbert Ernst vor, den er aus Bayreuth kannte. Eine gewaltige Herausforderung: „Ich bin am Tag selbst eingesprungen, kam erst drei Stunden vor Vorstellungsbeginn ins Haus. Mir wurde die Bühne gezeigt und erklärt, was ich im ersten Akt zu tun habe. Die beiden anderen Akte folgten dann jeweils in der Pause. Das Spannendste aber war, dass es davor keinerlei Verständigung mit Christian Thielemann gab. Es gibt natürlich Dirigenten, die sagen: Machen Sie, und ich gehe mit. Thielemann jedoch fordert sehr viel, möchte jede Sekunde selbst gestalten – natürlich zu Recht. Aber als Sänger muss man einen Spagat machen, damit man nicht zu oft in den Graben schaut und nur noch an der Rampe steht!“

Zwei Jahre später, mit der neuen Direktion, stieß Norbert Ernst fix zum Staatsopernensemble. Er hat einen klassischen Festvertrag, für den er sich bewusst entschieden hat: „Ich war davor sechs Jahre freiberuflich tätig. Aber das Familienleben leidet natürlich unter so einem Globetrotter-Dasein. Ich reise auch nicht gerne, wohne nicht gerne in Hotels oder Appartements. Jetzt bin ich an einem der besten Opernhäuser der Welt. Es kann Schlimmeres geben!“

Ein Liederabend funktioniert natürlich nach ganz anderen Gesetzen als Oper: „Dabei bin ich nicht nur Sänger, sondern auch Dirigent und Regisseur gleichzeitig. Wenn ich da nicht ähnliche Qualitäten in der musikalischen Vorstellung und der Konzeption einbringe, dann kann ein Liederabend sehr schnell beiläufig werden“, ist Ernst überzeugt. Viel hat er von seinem Lehrer Robert Holl und dessen Erfahrung als Liedinterpret profitiert – auch was die akribische Vorbereitung eines Liederabends betrifft, die Auswahl, die Zusammenstellung und die kritische Betrachtung des Notenmaterials. Wie Holl studiert auch Norbert Ernst, wenn es die Zeit zulässt, gerne Autographen, Urtexte und Erstausgaben.

Gemeinsame Kammermusik

Kristin Okerlund, Solokorrepetitorin der Wiener Staatsoper, wird ihm als Pianistin zur Seite stehen. Dabei wünscht sich Ernst, „dass ein Begleiter nicht nur ,begleitet‘, sondern auch eigenständig gestaltet, gegebenenfalls bei der Konzeption mitarbeitet und wenn ich mich verrenne, als Korrektiv agiert. Es ist gemeinsame Kammermusik“, sagt er und fügt hinzu: „Ich bin eigentlich ein unangenehmer Sänger für einen Begleiter, weil ich dann am Abend vor Publikum womöglich Dinge plötzlich ganz anders mache, wenn es sich aus der Emotion ergibt. Manchmal entsteht eine eigene Spannung zwischen Sänger und Zuhörern, wo man spürt, jetzt muss man vom Geprobten abgehen. Dann ist der Begleiter natürlich sehr herausgefordert, spontan mitzugaloppieren.“

Alle Künstlerportraits

Remy Ballot & Bruckners 7.

Klangkollektiv Wien

TrioVanBeethoven

Benjamin Schmid, Tibor Bogányi &...

Remy Ballot & Bruckners 5.

Clemens Unterreiner

Erwin Belakowitsch

Elena Denisova

The Clarinotts

Irnberger / Korstick / Geringas

Ingrid Marsoner

Ulf Bästlein

Bach Consort Wien

Strings & Bass

Rudi Wilfer

Lissy Quartett

Eggner Trio

Paul Badura-Skoda

Adamas Quartett

Janez Gregoric

Pandolfis Consort / Nicholas...

Ketevan Sepashvili

Thomas A. Irnberger

Die letzten Tage der Menschheit

Shmuel Barzilai

Pacific Quartet Vienna

Yuko Batik

Marialena Fernandes / Hotel...

Aleksic Streichtrio

Anastasia Huppmann

Elisabeth Möst / Maroje Brcic

Thomas A. Irnberger / Michael...

Dichter.Liebe

Dora Deliyska

Laura Young

Thomas Auner

Robert Holzer

Valer Sabadus

Matthias Helm / Duo Hasard

Marwan Abado & Paul Gulda

Michael Dangl & Maria Fedotova

Nadia Krasteva

Michael Krenn / Yueming Xu

Birgit Ramsl

Helmut Jasbar

Michael Korstick

Monika Lang Trio

Zoryana und Olena Kushpler

Valery Gergiev

Flaka Goranci

Walter Arlen Portrait

Benjamin Schmid

Wolfgang Holzmair

Quadriga Consort

Johanna Doderer

Alexei Kornienko

Griogry Sokolow

El Sistema

Ivan Ilic

Michael Publig

Ana-Marija Markovina

Daniel Barenboim

Chorus sine nomine

Norbert Ernst

Barbara Moser

Raluca Stirbat

Wiltener Sängerknaben

Daniela Koch

Duo DS

Wiener Klaviertrio

Miguel Kertsman

Plattform K + K Vienna

Paul Gulda

Peter N. Gruber

Acies Quartett

Daniel Auner

Belakowitsch und Delaney

Wolfgang Dimetrik

dolce risonanza / A. Holzapfel

Ensemble Mikado

Ensemble Unidas

Adrian Eröd

Family Matters

Friedrich Gulda

Guitar4mation

Barbara Hölzl

Sándor und Ádám Jávorkai

Jess-Quartett-Wien

Esther Kretzinger

Roberto Lemma

Mobilis-Saxophonquartett

Trio D'Ante

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