Rémy Ballot dirigiert Bruckner

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In der möglicherweise glücklichsten Periode seines ganzen Lebens schrieb Anton Bruckner seine VI. Symphonie. Durch eine fixe bezahlte Anstellung als Lektor erstmals finanzieller Sorgen und Zukunftsängste enthoben, durch Empfänge beim Kaiser und in der Aristokratie endlich gesellschaftlich anerkannt.

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Anton Bruckner
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Bruckner war buchstäblich „gelöst“, sowohl von langen mannigfaltig quälenden Sorgen als auch von seinem eigenen lange erarbeiteten Symphonie-Modell. Es ist ein pikantes Phänomen, dass gerade der „Bruckner-Kenner“ mit seiner redlich erarbeiteten Kenntnis der Baupläne und Ingredienzien aller Hauptwerke vertraut – sich noch schwerer (weil intellektuell gefährlich vorbelastet!) in die VI. einfindet als der „naive“ Hörer. Bruckner verzichtete auf fast sämtliche eigene Erkenntnisse der Themenverarbeitung, löst sich von der selbst auferlegten Strenge und vertrauten Logik, ja – experimentiert ungeniert mit musikalischen Atomen, Partikeln, Bausteinen, Einwürfen, lange vorenthaltenen Spannungs-Auflösungen, vermeintlichen Regelverstößen, definiert das Verhältnis zwischen Spannung und Entspannung gleichsam im Vorübergehen neu, gönnt sich eine radikal andere kompositorische und dramaturgische Architektur. Um die Geschichte abzukürzen (so wie die VI. die kürzeste aller seiner großen Symphonien ist), bleibt nur die Empfehlung des Arztes: „Versuchen Sie sich nicht in intellektuellen Annäherungen an die VI. Bruckner! Sie werden so wie viele Bruckner-Spezialisten der vergangenen 120 Jahre nirgends ankommen und frustriert verbleiben.“ Geben Sie sich der Musik vertrauensvoll hin. Die Voraussetzungen waren durch die liebevollen Proben des bereits 2014 mit der VIII. in St. Florian preis­gekrönten Oberösterreichischen Jugendsinfonie­orchesters mit dem Dirigenten Rémy Ballot perfekt zubereitet. Haben Sie Vertrauen in die Substanz. Atmen Sie durch, atmen Sie auf. Mit Anton Bruckner, der VI. Symphonie und ihrer unverwechselbaren lebensbejahenden Botschaft im „Hier und Jetzt“.  Klaus Laczika

 

SUPERSONIC pizzicato
24/02/2016 Remy Franck

Rémy Ballot: spannungsvolle Neunte Bruckner

Seit Celibidache hat wohl kein Dirigent mehr den großen Bogen im ersten Satz der Neunten Bruckner-Symphonie so meisterhaft weit gespannt wie der Franzose Rémy Ballot, dessen Achte Symphonie uns bereits so sehr begeistert hatte.
Mit breitem Atem baut er den Satz genau so auf, wie es der Komponist vorgegeben hat, feierlich und misterioso, und der mächtige Klang des ‘Altomonte Orchesters St Florian’ entfaltet sich in der gewaltigen Stiftsbasilika ungemein spannungsvoll.
Hoch interessant ist das Scherzo: statt der finalen Heiterkeit, die Decsey hier ausgemacht hat, inszeniert Ballot genau die Schwere, von der viele in diesem Satz nichts wissen wollen. Bis in die Trauer hinein scheint sich die Musik regelrecht dämonisch auszubreiten. Entlastete Musik habe Bruckner mit diesem Satz geschrieben, behauptet Decsey. Ballot widerlegt das mehr als eindrucksvoll.
Und dann das Adagio: Die ‘Verklärungshöhen’ ersteigt Ballot über Brüche, so höchsten Schmerz und höchste Seligkeit sublimierend. Auch hier bleibt die Spannung eine halbe Stunde lang erhalten, um Bruckners Erinnerungen und Erlebnisse zusammenfließen zu lassen, um Enttäuschungen und Sehnsucht zu vereinen. Ballots Umsetzung dieses Satzes ist tief bewegend. Und das diese ganze Symphonie so gut gelungen ist, liegt auch an der herausragenden Qualität des ‘Altomonte Orchesters’, das sich aus den besten Musikern Österreichs zusammensetzt.
Die zweite CD enthält eine Bearbeitung der Symphonie für zwei Klaviere, hervorragend gespielt von Matthias Giesen und Klaus Laczika, aber was sollen zwei Klaviere gegen Ballots Orchester? Remy Franck

http://www.pizzicato.lu/remy-ballot-spannungsvolle-neunte-bruckner/

 

Bruckner-Ekstase

Platz schaffen im CD-Regal, wo man glaubte, alles dicht stellen zu können, weil ohnedies nichts Nennenswertes mehr hinzukommen würde - also bei Anton Bruckner. Doch weit gefehlt, denn dessen Neunte Sinfonie in der Interpretation von Rémy Ballot muss man eher haben als alle anderen seit anno Celibidache.

Die Ballot-Gleichung heißt Genauigkeit + Energie = Ekstase zum Quadrat. Wie der in Wien lebende Franzose den Anfangs-Bogen des ersten Satzes immer mehr spannt, ist unbeschreiblich. Das Stampfen des Scherzos entwickelt sich zur Dämonie - da reißen die Perchten den Höllenschlund auf. Und dann die Gegenwelt des Adagios - aber welche Brüche gehen durch diese Verklärung, höchster Schmerz und höchste Seligkeit in bestürzender Verbindung.

Das Altomonte Orchester St. Florian wächst, offenbar im Wissen, an etwas Außerordentlichem teilzuhaben, über sich hinaus. Eine maßstabsetzende Einspielung!

Die zweite CD enthält eine Bearbeitung der Sinfonie für zwei Klaviere, fabelhaft gespielt von Matthias Giesen und Klaus Laczika, aber von geringem Erkenntniswert. Edwin Baumgartner, Wiener Zeitung

http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/musik/klassik_oper/799180_Bruckner-Ekstase.html


Anton Bruckner: Sinfonie 9 - »Es soll das Schönste werden, was ich je komponiert habe!« - sein »Abschied vom Leben«.

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Anton Bruckner
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»Mit dem Adagio nahm Bruckner Abschied von der Welt - und wirklich, wenn Du so recht schön zuhörst, bildest Du Dir ein, am Schluss des Adagios, der wunderbar mild und verklärt ist, zu sehen, wie der liebe Mann immer weiter und höher in den Himmel hinaufsteigt, bis sich ihm mit dem letzten, leisesten, lang, lang ausgehaltenen E-Dur-Akkord der Tuben und Hörner der Himmel erschließt. Es kann kaum was schöneres geben als dieses Adagio.«
Anton von Webern nach der Uraufführung der IX. Bruckner in einem Brief an seinen Freund Ernst Diez

Lösung vom Erfolgsmodell seiner VIII. wagte Bruckner durch die radikal neue Kompositionstechnik der IX.
Lösung von allem Irdischen im Adagio -- »Es soll das Schönste werden, was ich je komponiert habe!«-- seinem »Abschied vom Leben«.
Lösung von sämtlichen Bruckner'schen Hörgewohnheiten und Erwartungshaltungen erlebt man, wenn die Bruckner-bewährte mehrfach preisgekrönte Zusammenarbeit zwischen dem Altomonte Orchester und Rémy Ballot einen neuen Höhepunkt findet. Wenn das Resultat, die IX., Bruckners »Eschatologie - die Lehre von den letzten Dingen« an Seiner Ruhestätte, der akustisch einzigartigen Stifts-Basilika bei den St. Florianer Brucknertagen 2015 erklingt. Die Noten völlig neu gelesen und artikuliert, ein nie zuvor erlebter interpretatorischer Ansatz, Bruckner in Klang, unverkennbarem Bruckner-Puls, in majestätischer Ausdehnung und Spirit von sämtlichen Traditionen zu lösen. Prof. Dr. Klaus Laczika

 

Sinfonie 8
Anton Bruckner
Oberösterr. Jugend…
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Sinfonie 3 Erstfas…
Anton Bruckner
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Ein besonderes Verhältnis verbindet Rémy Ballot mit dem Festival der St. Florianer Brucknertage, wo er jedes Jahr eine Symphonie von Anton Bruckner einstudiert und dirigiert. 2011 die IV. Symphonie mit der Jungen Philharmonie Salzburg, 2013 gemeinsam mit dem Altomonte-Orchester die St. Florianer Erstaufführung der Urfassung (1873) der III. Symphonie, 2014 die VIII. Symphonie mit dem Oberösterreichischen Jugendsinfonie-Orchester.
Bei den St. Florianer BrucknerTagen 2015 wird Rémy Ballot - wiederum gemeinsam mit dem Altomonte-Orchester St. Florian - die IX. Symphonie von Anton Bruckner musizieren.

 

Rémy Ballot wurde in Paris geboren. Er studierte Violine, Dirigieren, Musiktheorie und Musikpädagogik und schloss sein Studium mit dem Diplom des Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris ab. Während seiner Studienzeit erhielt er Unterricht bei Maestro Sergiù Celibidache und gründete mit 18 Jahren sein eigenes Orchester, das Ensemble FAE, mit dem er in Paris debütierte. 2004 übersiedelt er aus künstlerischen Gründen nach Wien. Er hat mit zahlreichen Orchestern zusammengearbeitet, u.a. mit dem Mozarteumorchester Salzburg, der Orchesterakademie Ossiach, dem Orchestre National des Pays de la Loire, dem Altomonte Orchester uva. An der Wiener Staatsoper hat er das Ballett „Kadettenball“ dirigiert.

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