Klaviertrios 1 und 2
Franz Schubert
Badura-Skoda / Schneiderhan / Pergamenschikow

GRAMOLA, 1 CD

Veröffentlichungsdatum: 15.08.2019

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Klaviertrios 1 und 2

Paul Badura-Skoda, Klavier, Wolfgang Schneiderhan, Violine und Boris Pergamenschikow, Violoncello zählen zu den bedeutendsten Musikern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Zeugnis ihrer seltenen Zusammenarbeit findet sich in diesen bisher unveröffentlichten Einspielungen, die die drei Ausnahmekünstler in Bestform mit den Klaviertrios von Franz Schubert präsentiert. Das Trio Nr. 1 in B-Dur, op. 99, D 898 ist eine Studioaufnahme aus dem Radiokulturhaus in Wien von 1984, das zweite Trio in Es-Dur, op. 100, D 929 entstand im Rahmen der Salzburger Festspiele 1981 als Konzertmitschnitt. Beide Aufnahmen liefern ein fulminantes Erleben der individuellen Klasse wie der kammermusikalischen Fähigkeiten von drei der ganz Großen der Musikgeschichte.

Paul Badura-Skoda gilt als einer der größten Pianisten und als musikalischer Botschafter Österreichs in aller Welt. Seine Karriere nahm ihren Anfang 1947, als er den ersten Preis des Österreichischen Musikwettbewerbes gewann. Bereits 1949 wurden Wilhelm Furtwängler und Herbert Karajan auf die außerordentliche Begabung des jungen Künstlers aufmerksam, luden ihn zu Konzerten ein, worauf Badura-Skoda praktisch über Nacht weltberühmt wurde. Seither ist er regelmäßiger und gefeierter Gast der internationalen Musikzentren, Festivals, der großen Orchester sowie der Rundfunk- und Fernsehstationen der ganzen Welt. Neben Furtwängler und Karajan trat er mit den berühmtesten Dirigenten seiner Zeit auf. Paul Badura-Skoda hat ein umfangreiches Repertoire auf Tonträgern aufgenommen, mehr als 200 LPs und an die hundert CDs.

Wolfgang Schneiderhan wurde 1915 in Wien geboren. Er trat bereits 1920 im Alter von fünf Jahren als ,,Wunderkind" auf. on 1933 bis 1937 war er Konzertmeister der Wiener Symphoniker. 1937 wurde er als Konzertmeister des Orchesters der Wiener Staatsoper berufen und wurde 1938 Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, denen er bis 1950 angehörte.
Daneben unterrichtete er am Salzburger Mozarteum und von 1939 bis 1950 an der Wiener Musikhochschule. 1975 kehrte er an die nunmehrige Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien als Professor zurück, wo er bis 1985 unterrichtete. Viele Plattenaufnahmen, z. B. seine Duo-Auftritte mit dem Pianisten Carl Seemann und seine Aufnahmen der Beethoven-Violinsonaten mit Wilhelm Kempff, machten Schneiderhan auch zu einer Größe des deutschen Musiklebens der Nachkriegszeit.

Boris Pergamenschikow wurde am 1948 im damaligen Leningrad geboren. Sein Vater, ein Cellist, gab seinem Sohn den ersten Cellounterricht. 1977 emigrierte er mit seiner Familie und nahm eine Professur an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln an. Seit 1998 lehrte er dann an der Hochschule für Musik ,,Hanns Eisler" in Berlin.
Er spielte zusammen mit musikalischen Partnern wie Gidon Kremer, Claudio Abbado, Yehudi Menuhin, Mstislaw Rostropowitsch und Krzysztof Penderecki und musizierte mit großen Orchestern wie den Münchner Philharmonikern und dem Royal Philharmonic Orchestra London bei Konzerten und internationalen Festivals.

   
     
CD Track Titel Dauer Komponist PLAY
1   Trio Nr. 1 B-Dur op. 99 D 898        
1     I Allegro moderato 11:23   2,39€
2 II Andante un poco mosso 8:43   1,59€
3 III Scherzo: Allegro 6:50   1,59€
4 IV Rondo: Allegro vivace 8:59   1,59€
  Trio Nr. 2 Es-Dur op. 100 D 929        
5     I Allegro 12:38   2,39€
6 II Andante con moto 9:05   1,59€
7 III Scherzando. Allegro moderato 4:46   0,99€
8 IV Allegro moderato 14:06   2,39€
 

Franz Schubert: Klaviertrios Nr. 1 und 2, op. 99 und 100; Paul Badura-Skoda, Klavier, Wolfgang Schneiderhan, Violine, Boris Pergamenschikow, Cello; 1 CD Gramola 99176; Aufnahmen 1984 & 1981, Veröffentlichung 09/2019 (76') - Rezension von  Remy Franck & Uwe Krusch

Gramola veröffentlicht die nunmehr schon über 35 Jahre alten Aufnahmen der beiden Klaviertrios von Franz Schubert mit dem kürzlich verstorbenen Paul Badura-Skoda sowie Wolfgang Schneiderhan (+2002) und Boris Pergamenschikow (+2004).

Remy Franck – Es sind dies Auseinandersetzungen auf hohem Niveau, die sich durch Homogenität, Klarheit, schön geformte Klänge und durchdachte Melodienstränge auszeichnen. So reif, ausdrucksvoll, klangschön und verinnerlicht hat man diese Kompositionen nicht oft gehört.

Dabei bestimmt inneres Maßhalten das Spiel der drei Musiker, so dass die Extreme der beiden Kompositionen, vor allem im Opus 100 wohl deutlich werden, aber in den Akzentuierungen und im Wechsel von Licht und Dunkel ganz natürlich wirken.

Das Trio Badura-Skoda-Schneiderhan-Pergamenschikow spielt auch im aufgefwühlteren zweiten Trio noch sehr lyrisch und mit viel Wärme, musikalisch-musikantisch selbst im Andante con moto, wo sich kein übertriebener Drang breitmacht, die Verzweiflung aber dennoch in vollster Leidenschaftlichkeit hörbar wird.

Das Trio op. 100 ist eine Liveaufnahme und hier gibt es bei Schneiderhan einige technische Probleme, aber ob der Intensität des Spiels sowie der Sensibilität der Musiker wird die ganze Spannweite dieser Musik deutlich.

Uwe Krusch: Diese kurz vor dem 92. Geburtstag des Pianisten veröffentlichte historische Aufnahme der beiden großen Klaviertrios von Franz Schubert mit drei legendären Musikern wurde zugleich quasi eine Ehrung, da Badura-Skoda kurz nach dem Datum der Veröffentlichung verstorben ist.

Sie zeigt die drei Musiker, die als legendäres Trio gelten, in zwanglos perfektem Meinungsaustausch, der sich nicht scheut, die großen Fragen menschlicher Natur in der Musik anzusprechen. So etwa entwickelt sich das Andante con moto des zweiten Trios zu einem ebenso inniglichen wie freudig in die Zukunft blickenden Satz. Die Ausgewogenheit zwischen den Stimmen in ihrem Spiel erlaubt genauso solistische Alleingänge wie sich umarmendes Miteinander.

Die Aufnahme von 1984 ist technisch angegraut, aber ansonsten ohne Fehl und Tadel.

Nun hat uns auch der letzte dieser drei besonderen Musiker verlassen, so dass deren große Kunst nur noch aus der Konserve erlebbar ist. Immerhin durfte der Rezensent diese drei, mit dem Kernrepertoire von Badura-Skoda, also Beethoven, Mozart und dem ersten Trio auch dieser Aufnahme, vor mehr als dreißig Jahren noch selbst erleben. Momente, die in der Erinnerung haften bleiben.

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