Violinsonaten 4: Sonaten 6/7/Rondo/Deutsche Tänze
Ludwig van Beethoven
Irnberger / Korstick

GRAMOLA, 1 SACD

Veröffentlichungsdatum: 14.09.2015

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Violinsonaten 4: Sonaten 6/7/Rondo/Deutsche Tänze

Der vierte und letzte Teil der Gesamtaufnahme der Violinsonaten Ludwig van Beethovens des Salzburger Violinisten Thomas Albertus Irnberger mit Michael Korstick, Klavier, wendet sich den Sonaten Op. 30/1 und 30/2 zu. Komponiert im Jahr 1802, in dem er auch das »Heiligenstädter Testament« verfasste, spiegeln sich in diesen Werken die seelischen Befindlichkeiten Beethovens wider: Einerseits eine neue Liebe, beruflicher Erfolg und Hoffnung, auf der anderen Seite die seine künstlerische und psychische Existenz bedrohende, sich abzeichnende schwere Gehörschädigung. So unterschiedlich und von Stimmungsschwankungen geprägt, stehen diese in A-Dur (Nr. 6, Op. 30/1) und c-Moll (Nr. 7, 30/2). Das Rondo G-Dur WoO 41 und die Sechs Deutschen Tänze WoO 42 hingegen entstanden 1794/96 und vermitteln Leichtigkeit und beinahe jugendlichen Frohsinn - was auch den Interpreten Irnberger und Korstick »spielend« gelingt.

Thomas Albertus Irnberger, geboren in Salzburg, begann seinen Violinunterricht am Salzburger Mozarteum, wechselte nach Linz zu Prof. Josef Sabaini und wurde in Paris von Ivry Gitlis angeleitet. Weitere Lehrer waren Mauricio Fuks, Yair Kless, Alberto Lysy, Igor Oistrach, Dmitry Sitkovetsky und Grigory Zhislin. Zahlreiche Auszeichnungen, Auftritte bei internationalen Festivals und die Zusammenarbeit wie Aufnahmetätigkeit mit Künstlern wie Jörg Demus, Evgueni Sinaiski oder Paul Badura-Skoda sowie mit dem Israel Chamber Orchestra unter Roberto Paternostro und dem Orchester »Spirit of Europe« unter der Leitung von Chefdirigent Martin Sieghart unterstreichen die musikalischen Fertigkeiten des jungen Salzburgers.

Michael Korstick wurde in Köln geboren. Mit 9 Jahren erhält er den ersten Klavierunterricht und studiert später in Köln bei Jürgen Tröster und in Hannover bei Hans Leygraf. Er besucht die Meisterklasse von Tatjana Nikolaieva in Moskau und beschließt 1983 seine Studien an der Juilliard School bei Sascha Gorodnitzki. Korstick erhält in den folgenden Jahren Preise und Auszeichnungen u.a. beim Beethoven Wettbewerb Wien, Reina Sofia-Wettbewerb Madrid, Tschaikowsky-Wettbewerb Moskau und Internationalen Musikwettbewerb Montréal. 1992 leitete er die chilenische Erstaufführung des Klavierkonzerts von Samuel Barber. Weitere Konzerte und Tourneen führen ihn nach Mexiko, Korea, Andalusien und Marokko. Aus Anlass der Feierlichkeiten vom 100. Geburtstag von Claudio Arrau spielt er 2003 in Santiago de Chile einen Beethoven-Zyklus. Seine CD-Aufnahmen, die in Musikmagazinen und Feuilletons durchweg hervorragende Kritiken erhalten, erhielt er den »Echo-Klassik-Preis«, mehrfach den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, sowie den MIDEM Classical Award.

   
     
CD Track Titel Dauer Komponist PLAY
1   Sonate Nr. 6 A-Dur op. 30/1        
1     1. Allegro 7:11   1,59€
2 2. Adagio molto espressivo 8:00   1,59€
3 3. Allegretto con variazioni 7:55   1,59€
4 Rondo G-Dur WoO 41 4:33   0,99€
5 6 Deutsche Taenze WoO 42 4:14   0,99€
  Sonate Nr. 7 c-Moll op. 30/2        
6     1. Allegro con brio 7:25   1,59€
7 2. Adagio cantabile 9:48   1,59€
8 3. Scherzo. Allegro 3:27   0,99€
9 4. Finale. Allegro 4:53   0,99€
 

Irnberger und Korstick spielen Beethoven

Zwei hochrangige Künstler abseits des Starkarussells - und ein großes Projekt, das jetzt zum Abschluss kommt.

Bewertung: großartig

Der österreichische Geiger Thomas Albertus Irnberger und der deutsche Pianist Michael Korstick haben sich für die Gesamteinspielung der Violinsonaten von Beethoven zusammengetan. Jetzt ist die vierte und letzte CD dieses Projekts mit der 6. und 7. Sonate erschienen.

Vorwitzig
Irnberger und Korstick gelingen fantastisch ausgefeilte und zugleich mitreißende Beethoven-Interpretationen. Sie können geradezu als Beispiel dafür dienen, dass analytisches Verständnis und Strukturklarheit der Lebendigkeit des Ausdrucks nicht im Wege stehen, sondern sie im Gegenteil sogar steigern können. Natürlich wird auch hier Beethoven nicht komplett neu erfunden, das wäre angesichts der vielen guten Einspielungen, die es gibt, eine Übertreibung. Aber die Musik klingt doch erfrischend unroutiniert und lebendig – und zwar gerade durch die Genauigkeit, mit der sich die beiden Künstler an den Notentext halten. Da stimmt jede Phase, da sitzt jeder Akzent, da gibt es feinste dynamische Abstufungen. Und all das bleibt nicht trocken, sondern eine gewisse „Saftigkeit“ des Ausdrucks. Das Scherzo der Violinsonate Nr 7 klingt gestochen klar wie selten und zugleich auch sehr humoristisch, ja vorwitzig. Das Tempo ist ziemlich flott, die markante Rhythmik des Themas wird scharf umrissen, und auch das metrische Gegeneinander der Instrumente hört man deutlicher als sonst. Der ganze Satz klingt übermütig, aufsässig, vorwitzig.

Brillanter Abschluss
Beide Künstler sind musikalische Universalisten, die über den Horizont ihres Instruments hinausdenken und die ihre eigenwilligen, ausgeprägten Vorstellungen haben. Dennoch stellen sie sich in ihrem Zusammenspiel perfekt aufeinander ein, hören aufeinander, atmen miteinander. Beide Künstler haben auch einen intellektuellen Anspruch, graben sich tief in die Urtexte, um nach musikalischen „Wahrheiten“ zu suchen. Michael Korsticks Spitzname während seines Studiums an der Juilliard School war „Dr. Beethoven“ – er kennt die Bedeutung jeder Note – und weiß genau, was er damit sagen will. Irnberger schreibt sich seine eigenen Booklet-Texte, er sammelt alte Hammerklaviere, hat sich in sein Haus ein eigenes Tonstudio und einen Konzertsaal eingebaut und er hat Gesangsstunden genommen, um auf der Geige noch besser „singen“ zu lernen. All das fließt jetzt in diese Aufnahme ein. In den extremen Tempi erinnert sie an Korsticks Einspielung der Klaviersonaten von Beethoven: Die schnellen Sätze werden sehr schnell genommen, die langsamen Sätze extrem gedehnt. Da scheint die Zeit fast stillzustehen. Und Irnberger gelingt es wirklich, wunderbar auf seiner Geige zu singen, obwohl er nur sehr wenig Vibrato benutzt. Das ist eine sehr verinnerlichte Empfindsamkeit, die sich so entfalten kann, und die doch wohltuend kitschfrei ist. Im Finalsatz der 7. Sonate kann man wiederum hören, wie fabelhaft in dieser Aufnahme Präzision und Ausdruckskraft zusammengehen. Bei aller Gestaltungskontrolle klingt dieser Schlusssatz angemessen wild und verwegen. Ein brillanter Abschluss dieser insgesamt ausgezeichneten Gesamteinspielung.

Julia Spinola, kulturradio

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