Auf Flügeln in die Tiefe
Diverse
Wiesemann / Gula / Schmedimg

CYBELE, 1 SACD

Veröffentlichungsdatum: 01.09.2010

Artikel ist sofort lieferbar.

€ 17,90

 

Auf Flügeln in die Tiefe

Mit Musik für Kinderklavier, Inside-Piano, Kontrabass sowie für Orgel mit Flöten- und Vogelstimmen.
Geschichten vom Aufwachsen nennt Mirjam Wiesemann ihre Erzählungen, die auf diesem SACD-Hörbuch zu hören sind. Der Obertitel Auf Flügeln in die Tiefe lässt erahnen, dass es mit dem Inhalt etwas Besonderes auf sich hat: Um welche Art von "Tiefe" geht es? Wohin reist man? Und wie ist es um die "Flügel" bestellt, mit deren Hilfe man dorthin kommt? Das sind Fragen, die sich schon allein deshalb nicht genau beantworten lassen, weil es sich um ein dichterisches Bild handelt, das sich nicht wie eine mathematische Formel oder ein Begriff aus dem Lexikon erklären und auflösen lässt.
Bestimmt kommt man der Sache näher, wenn man sich vor Augen führt, worum es bei den drei längeren Geschichten geht, die uns die Autorin hier vorstellt. Natürlich gehören auch die vier kürzeren Zwischentext-Dialoge, diese leicht gewebten, poetischen Gebilde, dazu.
Wer sich auf die ausführlicheren drei Erzählungen einlässt, findet schnell heraus, dass sie alle etwas mit Musik zu tun haben. Genauer gesagt damit, wie Musik wahrgenommen, empfunden und erfahren wird. Es gehört dabei zum Charakter von Mirjam Wiesemanns Geschichten, dass sich ihre Inhalte nur schwer in einer Kurzfassung wiedergeben lassen.
Da geht es in Unter dem Flügel um das allabendliche Klavierspiel eines Vaters: Der Nachklang der Musik, aber auch ihr schmerzlich empfundenes Ausbleiben wird den Sohn ein Leben lang begleiten. Warum spielst du Kontrabass, Vater? handelt von der Leidenschaft für ein Musikinstrument, die beim vernachlässigten Sohn zu selbstzerstörerischen Fieberfantasien führt. Frau Schultheiß und die Vogelstimmen schließlich dreht sich um die Beziehung eines heranwachsenden Schülers zu seiner Lehrerin, bei der u.a. der Zusammenhang von Musik und Mathematik eine wichtige Rolle spielt.
Es sind ganz alltägliche Situationen, die uns die Autorin in ihren Geschichten vorstellt. Diese werden von ihr aber auf eine Weise ausgelotet, die etwas ganz Besonderes zum Vorschein kommen lässt.
"Eine unerhörte Begebenheit" - so hat der alte Goethe einmal über die erzählerische Form der Novelle geschrieben. Und um Unerhörtes geht es auch in Mirjam Wiesemanns Geschichten: Einmal im Sinne des ganz Besonderen und Außergewöhnlichen, Nicht-Alltäglichen, dann aber auch - ganz wörtlich genommen - um etwas, das mit dem Hören, ob tatsächlich oder eingebildet, zusammenhängt: Um Kinderlieder, deren Nachhall auch Jahrzehnte später noch im Raum schwingt, um Töne und Geräusche, die ganz plötzlich aus dem Inneren auftauchen, um Tierlaute, die noch nie gehörten Melodien gleichen. Es ist eine Welt der überraschenden Klänge und Klangfantasien, die sich vor uns ausbreitet, eine Welt, in der es um Musik und ihren Nachklang in unserem Inneren geht. Und dabei wirft die Autorin auf ihre ganz persönliche Weise Fragen auf nach dem, was Musik überhaupt ist und was sie in den Vorstellungen der Menschen bewegt. (Matthias Pötzsch)
   
     
 

Labels

Empfehlungen & Angebote

Label der Woche