Requiem/Sinfonie 8
Antonin Dvorak
Quasthoff / Stoyanova / Jansons / Rco

RCO, 2 SACD

Veröffentlichungsdatum: 01.04.2010

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Requiem/Sinfonie 8

Antonín Dvoráks großes sinfonisches Requiem, gekoppelt mit der achten Sinfonie auf zwei SACDs.



Es sind die einfachen, aber raffiniert eingesetzten Mittel, die den Reiz von Dvoráks Requiem ausmachen: die unaufhörlich vorwärtsschreitenden Rhythmen, die fein aufeinander abgestimmten klanglichen Ebenen, die spannungsgeladene Harmonik. Dvoráks Requiem ist zu vielschichtig, um als musikalischer Teil der Liturgie zu dienen. Genau wie die bekannten Vertonungen der Totenmesse von Verdi und Brahms ist es Musik für den Konzertsaal.

Die Stärken dieser Musik liegen vor allem in den ruhigen, in den lyrischen Momenten. Mariss Jansons und sein Concertgebouw Orchester greifen dazu auf hochkarätige Solisten zurück, darunter Thomas Quasthoff, der die Bass-Partie singt. Besonderes Gewicht innerhalb der gut eineinhalbstündigen Komposition hat aber der Chor. Der Wiener Singverein zeichnet in dieser Aufnahme bei der Ankündigung des ewigen Lichts einen echten Sonnenaufgang vor das geistige Auge.

Jansons entlockt dem Concertgebouw Orchester überwiegend sanfte Töne. Selbst Schauer-Klassiker aus dem Requiem-Repertoire wie das "Dies irae" wirken unter seinem Dirigat eher zuversichtlich als erschreckend. Das entspricht der Grundhaltung der Musik: Sie will kein theologisches Lehrstück mit erhobenem Zeigefinger sein, sondern dem Hörer die nur allzu menschliche Angst vor dem Tod nehmen.

Dvoráks Requiem ist ein ganz aus dem Geist der Romantik geborenes Werk. Zusammen mit seinem Amsterdamer Orchester, dem Wiener Singverein und den vier Solisten gelingt Jansons eine sehr lyrische, an vielen Stellen tief bewegende Interpretation. Dabei handelt es sich bei dieser Aufnahme nicht um eine bis ins letzte Detail ausgefeilte Studioproduktion, sondern um einen Live-Mitschnitt aus dem vergangenen Jahr. Erst der am Schluss plötzlich aufbrausende Applaus ruft das in Erinnerung und man möchte sofort kräftig mitapplaudieren.

(Jan Ritterstaedt)
   
     
 

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