Gateway into the Beyond
Erdmann / von Borck / Bach / Hindemith / Schubert
Lucas Brunnert

Aldila, 1 CD

Veröffentlichungsdatum: 02.04.2020

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€ 17,90

 

Gateway into the Beyond


'Gateway into the Beyond' bezieht sich auf die enigmatischen sechs Eingangsnoten der Sonate von Eduard Erdmann - eine der gewaltigsten und vielschichtigsten Solosonaten für Violine in der klassischen Moderne, die hier in Ersteinspielung vorgelegt wird. Ein deutsches Album für Violine solo, das vier Werke des 20. Jahrhunderts, entstanden zwischen 1920 und 1943, der im Zentrum platzierten zweiten Solosonate von Johann Sebastian Bach gegenüberstellt. Neben Erdmann werden auch zwei Komponisten, die im II. Weltkrieg gefallen sind, in Ersteinspielungen präsentiert: Edmund von Borck mit einem kompakten, mächtigen Präludium, und Heinz Schubert mit einer Phantasie, 1943 mitten in der schlimmsten Zeit entstanden, flammender Ausdruck der Verzweiflung über all das Leid und zugleich dieses geradezu mystisch transzendierend. Einen spielerischen Kontrapunkt zu diesen existentialistischen Werken bildet die 2. Solosonate von Paul Hindemith, die mit Mozart-Variationen und einem kecken Pizzicato-Scherzo übermütige Traditionsbezüge herstellt.
Dieses Album ist in acht Monate währender, intensiver musikalischer Zusammenarbeit zwischen dem Solisten und dem Produzenten entstanden. Lucas Brunnert erweist sich als ein Geiger, der nicht nur technisch souverän und tonlich äußerst facettenreich und mit großer Dichte fesselt, sondern insbesondere das Geistige, den übergeordneten Zusammenhang versteht und verwirklicht. Der Hörer kann hier erleben, wie Eduard Erdmanns von Schönberg geprägte freie Tonalität eben nicht atonal, sondern auch in den kühnsten Passagen zusammenhängend wirkt, und wie Paul Hindemiths neue Harmonik aus der romantischen Tradition heraus mit viel Humor und Erfindungsgeist eine innere Lebendigkeit entfaltet, die man nicht erwarten würde. Die lineare Intensität und figurative Virtuosität im Dienste eines zusammenhängenden Ganzen wird bei Bach wie bei Heinz Schubert schlagend offenbar. Bach und der Expressionismus gehen hier eine vor Spannung überbordende Beziehung ein, in welcher die Solovioline Ausdruckswelten eröffnet, die für ein unbegleitetes Melodieinstrument unerhört sind.
   
     
 

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