Klaviertrios
Werner Pirchner
Eggner Trio

GRAMOLA, 1 CD

Veröffentlichungsdatum: 01.10.2016

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Klaviertrios

"Werner Pirchner: ein Name und Mensch der die gegenwärtige Musikgeschichte mit seiner ungewöhnlich individuellen, österreichisch-jazzigen Tonsprache redigiert hat und weiterhin zukünftig beeinflussen wird. Das EggnerTrio hat mit der Einspielung Pirchners triologischen Triologie die Möglichkeit einer absolut neuen kammermusikalischen Hörweise eröffnet. Lassen Sie sich verführen in einen Kosmos unerhörter Lebensweisheiten."

Werner Pirchner
Werner Preisegott Pirchner, in Hall in Tirol geboren, ging seinen Weg von der Ziehharmonika zum Vibraphon (auf dem er im JazzZwio mit dem Gitarristen Harry Pepl das Publikum bei großen Festivals wie etwa Montreux verzückte) weiter zur Komposition. Seine Vision: Es muss zusammenwachsen, was zusammengehört! Und so kam es zu jener Fusion von Ernst und Unterhaltung, die von da an als signifikantes Logo die - auch zeichnerisch brillant komponierten - Partituren Pirchners zierte: EU. Dabei ging es ihm nicht zuletzt um das Ernste im Unterhaltenden. Der Weg dorthin konnte über Ironie und Groteske führen. Pirchner komponierte komische und dramatische Musik. Viele Kompositionen waren ursprünglich Theatermusiken. Von den Bühnen der Tiroler Volksschauspiele in Telfs oder dem Burgtheater in Wien fand Pirchners Musik nicht nur den direkten Weg in die Herzen der Zuschauer, sondern auch - in Weiterent­wicklungen und Wiederempfindungen - den Weg ins konzertante Repertoire von Musikern und in die Ohren der Konzertbesucher.

Eggner Trio
Das österreichische Eggner Trio gehört zu den renommierten Klaviertrios der Gegenwart. 1997 von den drei Brüdern Georg (Violine), Florian (Cello) und Christoph Eggner (Klavier) gegründet, ist das Ensemble regelmäßig zu Gast in bedeutenden Konzertsälen wie der Wigmore Hall London, im Concertgebouw Amsterdam und im Musikverein Wien. Internationale Aufmerksamkeit gewann das Trio 2003 durch den ersten Preis beim Melbourne International Chamber Music Competition in Australien und 2006 im Rahmen der ,,Rising Stars"-Reihe mit Auftritten in der Carnegie Hall, Cité de la musique Paris, Festspielhaus Baden- Baden, Kölner Philharmonie, Mozarteum Salzburg und im Wiener Musikverein.

   
     
CD Track Titel Dauer Komponist PLAY
1   Klaviertrio Nr. 1 PWV 31: Wem gehört der Mensc…        
1     1. Der Mensch gehört dem Staat.… 4:43   0,99€
2 2. Zwentendorf - Wackersdorf. Ein Spaziergang… 5:50   1,59€
3 3. Die Pflicht zum Ungehorsam 5:22   1,59€
4 4. Die Regierung - unsere Angestellten 2:24   0,99€
5 5. Tempo: SOS 4:18   0,99€
6 6. Pfeif wie ein Kind 2:36   0,99€
  Klaviertrio Nr. 2 PWV 29b: Heimat?        
7     1. Aus dem Nichts? 5:41   1,59€
8 2. Wiesel? 2:48   0,99€
9 3. Stimmungslied? 2:58   0,99€
10 4. Freundlich? 3:15   0,99€
  Klaviertrio Nr. 3 PWV 63: Heute ... war Gester…        
11     1a. Gestern? 2:20   0,99€
12 1b. Heute? 1:33   0,99€
13 2. Drein sein - beinander bleibn ... 3:07   0,99€
14 3. Gruss an die Knoblauch-Familie 4:23   0,99€
15 Auszug :Interview mit Werner Pirchner 5:43   1,59€
 

Die Pflicht zum Ungehorsam

Von Thomas Rothschild

Werner Pirchner, der im Jahr 2001 mit nur 61 Jahren gestorben ist, war ein Original innerhalb der an Originalen nicht gerade armen österreichischen Landschaft, als ein austriakischer Gerard Hoffnung oder Victor Borge. Von Anfang an, seit „ein halbes doppelalbum“ von 1973, galt er als Komödiant der Musikszene. Dieses Image ist der Vibraphonist und Komponist aus Hall in Tirol – er selbst sprach stets von Hallitirol mit Betonung auf der zweiten Silbe – nie los geworden. Dabei wäre der Autodidakt gerne als seriöser Komponist wahrgenommen worden, der er ja auch war, wenn man Humor nicht für unseriös hält. Ganz unschuldig ist er selbst freilich nicht daran, dass ihm das Attribut des Komischen anhaftete. Auch bei den Gesprächsauszügen, die auf einer eben erschienenen CD enthalten sind, ist nicht eindeutig zu entscheiden, wann seine Äußerungen absichtsvoll und wann sie eher durch eine Fehlinterpretation von Pirchners Redeweise und seinem Tiroler Dialekt komisch wirken. Übrigens kam der sympathische, ebenso muntere wie bescheidene Musiker aus einer politisch engagierten Familie. Darüber freilich hat er nicht gesprochen. Das erfährt man, wenn man sich in Hall in Tirol umhört.

Einem breiten Publikum war der ungeheuer produktive Werner Pirchner bekannt durch die Jingles, die er, wie Wolfgang Dauner für den SDR, für den ORF schrieb, ohne dass es seinen Namen wissen musste. Das Eggner Trio, bestehend aus den Brüdern Georg Eggner an der Violine, Florian Eggner am Violoncello und Christoph Eggner am Klavier, hat nun die drei Klaviertrios von Werner Pirchner – ein viertes blieb unvollendet – für das Label Gramola aufgenommen. Zwischen 1988 und 1997 entstanden, tragen sie die Titel „Wem gehört der Mensch…?“, „Heimat?“ und „Heute…war Gestern Morgen. Heute…ist Morgen Gestern“. Sie bestehen aus drei bis sechs Sätzen von jeweils weniger als sechs Minuten Dauer, die sich wie unabhängige Miniaturen ausnehmen und wiederum jeweils eine Satzbezeichnung tragen mit teils politischer Implikation – „Zwentendorf – Wackersdorf. Ein Spaziergang nach Tschernobyl“, „Die Pflicht zum Ungehorsam“, „Die Regierung – unsere Angestellten“ –, teils parodistischem Akzent – „Drein sein – beinander bleibn…“. Eine CD aus dem Jahr 1986 trägt den Titel „EU“. Er signalisiert die Symbiose von E- und U-Musik, was immer man darunter verstehen mag.

Kennzeichnend für Pirchners Stücke sind die Brüche und äußerlich unmotivierten Sprünge auf allen musikalischen Ebenen – der Melodie, dem Rhythmus, den Harmonien. Dieses Aufeinandertreffen von scheinbar nicht Vereinbarem ist es auch, was in anderem Kontext Komik bewirkt. Die Kompositionen, die zum Teil vorausgegangene Bühnenmusiken zur Grundlage haben, zeichnen sich aus durch eine dramatische Suggestivität, eine gestische Bewegtheit, die fast naiv, jedenfalls ohne Berechnung daher kommt. Ihre fragmentarische Kürze, ihr aphoristischer Charakter lässt Ermüdung nicht aufkommen. Vielleicht fehlt ihnen auch der Raum, der Pirchner als Jazzmusiker, namentlich im Zusammenspiel mit dem Gitarristen Harry Pepl, bei seinen Improvisationen zur Verfügung stand.

Werner Pirchner hat zwar, wie er in dem erwähnten Gespräch erzählt, die Komponisten der Zweiten Wiener Schule und die „Darmstädter Beiträge zur Neuen Musik“ studiert, aber er selbst verharrt im tonalen Bereich, nimmt auch schlichte Volksmelodien in seine Werke auf und verzichtet auf jegliches Imponiergehabe. Er will nichts beweisen. Er macht einfach nur Musik.

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