Lohengrin/Wiener Staatsoper 1965
Richard Wagner
Böhm / Thomas / Talvela / Watson / Berry

ORFEO, 3 CD

Veröffentlichungsdatum: 17.04.2013

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€ 44,70

 

Lohengrin/Wiener Staatsoper 1965

Das vollständige Gelingen einer Aufführung von Richard Wagners Lohengrin hängt stark vom "bösen" Paar ab, das dem Schwanenritter und der von ihm beschützten Elsa gegenübersteht. Bei der musikalisch umjubelten Premiere 1965 an der Wiener Staatsoper machte Christa Ludwig als Ortrud deutlich, warum Wagner selbst diese Figur als "furchtbar großartig" bezeichnet hat. Christa Ludwig, die am 16. März 2013 ihren 85. Geburtstag feiert, hat sich u.a. mit dieser Rollen-Interpretation einen Ehrenplatz in den Annalen der Wiener Staatsoper ersungen. Nicht nur wurde ihr Fluch ("Entweihte Götter!") vom Publikum mit spontanen Ovationen bedacht; auch die subtilen Feinheiten, mit denen sie diese zwischen hochdramatischem Sopran und dramatischem Mezzosopran einzustufende Partie der Zauberin zur unbestrittenen Drahtzieherin des Geschehens machte, kommen im Live-Mitschnitt voll zur Geltung. Walter Berry als Telramund stand ihr an jenem Abend mit von ihm zuvor kaum geahnter heldenbaritonaler Wucht zur Seite, ohne die gesangliche Kultiviertheit preiszugeben. Überhaupt war die Interpretation jenes Abends (im Vergleich zu manchen "ätherisch" entrückten Versionen) hitziger und aufwühlender, präzise angespornt von Karl Böhm am Pult des Orchesters der Wiener Staatsoper und mit dem exzellent von Wilhelm Pitz präparierten Chor der Wiener Staatsoper. Auch Eberhard Waechter als Heerufer und Martti Talvela als König Heinricht sangen glanz- und kraftvoll, während Claire Watson als Elsa und Jess Thomas als Titelheld das Wagner-Glück als "gutes" Paar in hellen Farben komplettierten: sie mit einem an Mozart geschulten, schlanken und klar fokussierten Sopran und er mit seinem virilen, wortdeutlichen und klar akzentuierenden Tenor, der in den 60er Jahren auch modellhaft für den in Bayreuth (und vom Regisseur der Wiener Premiere Wieland Wagner) bevorzugten Stil des Wagner-Gesangs war: eine im besten Sinne des Wortes moderne Lesart, die den Figuren ihre mythische Größe ließ und sie zugleich als Menschen aus Fleisch und Blut, dem zeitgenössischen Publikum nahe erscheinen ließ.
   
     
 

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