Violinkonzert/Tripelkonzert/Romanzen
Ludwig van Beethoven
Irnberger / Judd / RPO / Korstick / Geringas

GRAMOLA, 2 SACD

Veröffentlichungsdatum: 24.05.2017

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Violinkonzert/Tripelkonzert/Romanzen

Thomas Albertus Irnberger arbeitet seit Jahren regelmäßig mit verschiedenen erstklassigen Orchestern und Solisten zusammen. Für diese Doppel-CD mit dem Violinkonzert und dem Konzert für Klavier, Violine und Violoncello (Tripelkonzert) von Ludwig van Beethoven sicherte sich der Salzburger Violinist die Unterstützung des Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von James Judd. Mit dem Pianisten Michael Korstick und dem Cellisten David Geringas verbindet Irnberger ohnehin bereits eine fruchtbare Kollaboration, zuletzt wurden die Klaviertrios von Schubert veröffentlicht. Nun also die Konzerte Beethovens mit ihrer wegweisenden Bedeutung in hochkarätiger internationaler Besetzung. Thomas Albertus Irnberger Thomas Albertus Irnberger, geboren in Salzburg, begann seinen Violinunterricht am Salzburger Mozarteum, wechselte nach Linz zu Prof. Josef Sabaini und wurde in Paris von Ivry Gitlis angeleitet. Weitere Lehrer waren Mauricio Fuks, Yair Kless, Alberto Lysy, Igor Oistrach, Dmitry Sitkovetsky und Grigory Zhislin. Zahlreiche Auszeichnungen, Auftritte bei internationalen Festivals und die Zusammenarbeit wie Aufnahmetätigkeit mit Künstlern wie Jörg Demus, Evgueni Sinaiski oder Paul Badura-Skoda sowie mit dem Israel Chamber Orchestra unter Roberto Paternostro und dem Orchester »Spirit of Europe« unter der Leitung von Chefdirigent Martin Sieghart unterstreichen die musikalischen Fertigkeiten des jungen Salzburgers. http://www.thomas-albertus-irnberger.com/ David Geringas Der in Vilnius/Litauen geborene Cellist und Dirigent David Geringas zählt zur Musiker-Elite der Gegenwart. Seine intellektuelle Strenge, seine stilistische Vielseitigkeit, sein melodisches Sentiment und seine Klangsinnlichkeit haben ihm Auszeichnungen auf der ganzen Welt eingebracht. Der Rostropowitsch-Schüler und Gewinner des 1. Preises und der Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb (1970) kann nunmehr auf eine jahrzehntelange Karriere zurückblicken. Namhafte zeitgenössische Komponisten wie Sofia Gubaidulina, Ned Rorem, Peteris Vasks und Erkki-Sven Tüür haben David Geringas Cello-Konzerte gewidmet. Viele Werke der russischen und litauischen Avantgarde führte er als erster Musiker im Westen auf. Als Dirigent ist David Geringas regelmäßig auf Podien im In- und Ausland vertreten und hier häufig auch in zweifacher Funktion als Cellist und Dirigent zu erleben. Im Wintersemester 2014/2015 ist David Geringas Gastprofessor an der University of Southern California in Los Angeles und an der Manhattan School of Music in New York. www.david.geringas.de Michael Korstick Michael Korstick wurde in Köln geboren. Mit 9 Jahren erhält er den ersten Klavierunterricht und studiert später in Köln bei Jürgen Tröster und in Hannover bei Hans Leygraf. Er besucht die Meisterklasse von Tatjana Nikolaieva in Moskau und beschließt 1983 seine Studien an der Juilliard School bei Sascha Gorodnitzki. Korstick erhält in den folgenden Jahren Preise und Auszeichnungen u.a. beim Beethoven Wettbewerb Wien, Reina Sofia-Wettbewerb Madrid, Tschaikowsky-Wettbewerb Moskau und Internationalen Musikwettbewerb Montréal. 1992 leitete er die chilenische Erstaufführung des Klavierkonzerts von Samuel Barber. Weitere Konzerte und Tourneen führen ihn nach Mexiko, Korea, Andalusien und Marokko. Aus Anlass der Feierlichkeiten vom 100. Geburtstag von Claudio Arrau spielt er 2003 in Santiago de Chile einen Beethoven-Zyklus. Seine CD-Aufnahmen, die in Musikmagazinen und Feuilletons durchweg hervorragende Kritiken erhalten, erhielt er den »Echo-Klassik-Preis«, mehrfach den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, sowie den MIDEM Classical Award. http://www.michaelkorstick.com/ Royal Philharmonic Orchestra In Jahr 2017 feiert das Royal Philharmonic Orchestra (RPO) weiterhin seine bisher 70 Jahre in der ersten Reihe der britischen Musikszene. Sein Heimatstandort seit 2004 in Londons Cadogan Hall dient als Ausgangspunkt für vierzehn Residenzen im ganzen Land, oft in Gegenden, in denen der Zugang zu Orchesterauftritten sehr begrenzt ist. Durch weitere Verbreitung als die jedes anderen großen Ensembles des Vereinigten Königreichs wurde das RPO zu Recht Britanniens Nationalorchester. Internationale Konzerttourneen sind unverzichtbar für die Arbeit des Orchesters und bringen es zu renommierten Zielen in der ganzen Welt. Auftritte der letzten Zeit schließen Konzerte bei den Festivals von Montreux und Granada ein, eine ausgedehnte Tournee durch die USA und Besuche in Zentraleuropa und im Fernen Osten, darunter Südkorea und China. Der Verlauf der Saison zum 70. Jahrestag bezeugt die Vielseitigkeit und den hohen Standard des RPO als eines der gegenwärtig offensten und fortschrittlichsten Sinfonieorchester. So ist es in stolzer Zuversicht für die nächsten 70 Jahre. www.rpo.co.uk James Judd Dem britischen Dirigenten James Judd haben seine außerordentliche Kommunikationsfähigkeit und Programmgestaltung weltweit große Beliebtheit bei Publikum und Orchestern gebracht. Er wurde von Lorin Maazel eingeladen, den Posten des Assistant Conductor des Cleveland Orchestra zu übernehmen und von Claudio Abbado zum Associate Music Director des European Community Youth Orchestra ernannt. Er war Mitbegründer des Chamber Orchestra of Europe. James Judd dirigierte die Berliner Philharmoniker und Israel Philharmonic, die Wiener Symphoniker, das Gewandhaus Orchesters Leipzig, Prague Symphony, das Orchestre National de France, das Orchestre de la Suisse Romande, das Züricher Tonhalle Orchester, Monte Carlo Symphony, Rotterdam Philharmonic, Seoul Philharmonic, das Japanische NHK Orchestra und alle wichtigen britischen Orchester. www.jamesjudd.net

   
     
CD Track Titel Dauer Komponist PLAY
1   Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61        
1     1. Allegro ma non troppo 21:30   9,99€
2 2. Larghetto 10:41   2,39€
3 3. Rondo. Allegro (Cadenza: Robert Levin) 9:55   1,59€
4 Romanze Nr. 1 G-Dur op. 40 6:29   1,59€
5 Romanze Nr. 2 F-Dur op. 50 7:37   1,59€
2   Konzert für Violine, Violoncello, Klavier und…        
1     1. Allegro 16:59   3,19€
2 2. Largo 4:29   0,99€
3 3. Rondo alla Polacca 12:54   2,39€
 

Manchmal bedarf es nur einiger weniger Worte. „O Freude über Freude“ – so heißt es zu Beginn des Einführungstextes einer CD, die bei Vielen vielleicht erst einmal Stirnrunzeln verursachen könnte. Schon wieder eine Neuproduktion des Violinkonzerts, Tripelkonzerts und der Violinromanzen. Gewagt, möchte man denken. Hat doch Patricia Kopatchinskaja 2008 eine Aufnahme des Violinkonzerts vorgelegt, an der niemand vorbeikommt, kein Interpret und kein Musikliebhaber; eine Aufnahme, vor der selbst manche bislang herausragenden Interpretationen der Vergangenheit verblassen. Und nun also Thomas Albertus Irnberger mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter James Judd, dazu David Geringas (Cello) und Michael Korstick (Klavier).

Zurück zum Anfang. „O Freude über Freude“ – natürlich ist damit das schlesische Weihnachtslied gemeint, das Beethoven im Kopfsatz des Violinkonzerts zitiert. Aber diese Worte sind eben auch Ausdruck dessen, was ich selbst nach mehrmaligem Anhören dieser Einspielung empfinde: die pure Freude. Nirgends ein Auftrumpfen um jeden Preis, nirgends eine überzogene, bedeutungsschwangere Tiefe. Dafür eine sprachmächtige Musik, die Dank einer außergewöhnlichen Gestaltungskunst aller Beteiligten von innen heraus strahlt. Dazu eine zum Bersten gespannte Musizierhaltung, deren Intensität – von den Paukenschlägen zu Beginn des Violinkonzerts bis zu dem vibrierenden Finale des Tripelkonzerts – ihresgleichen sucht. Nichts geschieht hier nur beiläufig; die Interpreten behalten bei aller spürbaren Musizierlust stets die Übersicht. Wie achtsam Licht und Schatten verteilt, wie organisch und bildkräftig dynamische und klangliche Spannungsbögen gezogen und wie wohlüberlegt (mitunter) überraschende Akzente gesetzt werden – das alles ist wahrhaft große Kunst. Wenngleich sich alle Beteiligten als gleichwertige Partner in einer bewundernswerten Balance erweisen und den Beethovenschen Kosmos zwischen erlesener Innigkeit und tänzerischem Humor konturenscharf, voller Esprit und mit Raffinesse erkunden, so sticht doch Thomas Albertus Irnberger ein wenig heraus. Es ist nicht nur sein agogisch überaus reizvoller, zwischen Zerbrechlichem und Furiosem, zwischen Kontrolle und dramatischer Zuspitzung wohl artikulierter und ausformulierter Violingesang, der in jedem Moment zum Zuhören zwingt; es ist vor allem seine Tongebung, die ein faszinierendes Eigenleben führt und das Ohr nicht abschweifen lässt. Dass die beiden Romanzen gegenüber den Konzerten nicht an Ausdruckskraft verlieren, mag sicher auch daran liegen. Und an einem unbändigen Ausdruckswillen, einem Sich-Gegenseitig-Befeuern, das der vibrierenden Wiedergabe des Tripelkonzerts seinen Stempel aufdrückt und zwischen Irnberger, Geringas und Korstick die Funken sprühen lässt.

Jedem, der meint, vor allem das Violinkonzert in- und auswendig zu kennen, kann ich diese Neuaufnahme nur empfehlen. Und wenn ich mich auch sehr weit, hoffentlich nicht zu weit aus dem Fenster lehne: Diese Einspielung kann es nicht nur mit jeder verfügbaren Einspielung aufnehmen, sondern verdrängt sogar viele hoch gehandelten Aufnahmen in die zweite Reihe.

Christof Jetzschke 01.07.2017

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