Luisa Miller/Wr.staatsoper 1974
Giuseppe Verdi
Ludwig / Bonisolli / Sukis / Erede / Taddei

ORFEO, 2 CD

Veröffentlichungsdatum: 01.02.2010

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Luisa Miller/Wr.staatsoper 1974

Lange, über 120 Jahre hat es gedauert, bis Wiens Opernfreunde Giuseppe Verdis Luisa Miller - nach der Sprechtheater-Vorlage Kabale und Liebe von Friedrich Schiller - in der italienischen Originalsprache erleben konnten. Erst im Januar 1974 war es so weit - dafür aber in einer umso eindrucksvolleren Besetzung, die jetzt auf CD nachgehört werden kann. Das Orchester der Wiener Staatsoper wurde dabei von Alberto Erede zu einer Spitzenleistung geführt, wie sie bei frühen und mittleren Bühnenwerken des Meisters aus Busseto leider nur selten zu hören ist: farbenreiche und biegsame Tongebung durch alle Gruppen, beim Accompagnement der Solisten ebenso konturenscharf wie in den dramatischen Akzenten. Rücksicht auf die Protagonisten war kaum vonnöten: Lilian Sukis sang die Titelpartie des bürgerlichen Mädchens Luisa, die gleichsam als personifizierte Unschuld im Intrigenspiel der Adelsfamilie ihres Geliebten zugrund geht. Die Kanadierin, die bereits in den 60er Jahren an der New Yorker Metropolitan Opera aufgetreten ist, belegt hier eindrucksvoll, warum sie sich auch in Europa einen ausgezeichneten Ruf als lyrische Sopranistin erworben hat. Ihre schlank geführte, aber stets offen und frei schwingende Stimme ist ein Genuss in dieser Mädchenrolle, in der künstlich verbreiterte oder aufgesetzte Acuti doppelt schwer ins Gewicht fallen müssten. Mit durchaus jugendlich-heldischem Aplomb versieht dagegen Franco Bonisolli die Rolle des Grafensohns Rodolfo, jedoch ohne hier Nuancen und Eleganz des Vortrages zugunsten seiner brillanten (mitunter eingelegten) Spitzentöne zu vernachlässigen. Ideal besetzt als Miller ist Giuseppe Taddei, der sowohl für die zärtliche Vaterliebe zu Luisa die passenden Töne findet als auch für den Zorn auf die dem Stand nach Höherstehenden und diesen Vorteil schamlos Ausnützenden. Dass Verdi dem Grafen Walter für dieses Verhalten fast zu schöne Musik in den Mund gelegt hat, steht der autoritätsstarken Charakterisierung durch Bonaldo Giaiotti gleichwohl nicht im Weg. Und dass auch dieser Mächtige von seinem eigenen Sekretär manipuliert wird, wird durch nicht minder einprägsame Bass-Töne von Malcolm Smith evident. Diese wahrhafte luxuriöse Sängerschar vervollständigt Christa Ludwig als Verlobte Rodolfos, Federica; mit nur zwei Auftritten eine kurze, wiewohl mit dem unverwechselbaren Mezzosopran der Sängerin prägnant und menschlich zwischen Mitgefühl und Eifersucht gezeichnete Partie.
   
     
 

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