Sinfonie/Burlesque/Sinf.
Strauss / Schubert / Beethoven
Gulda / Szbg.1957 / Boehm

ORFEO, 1 CD

Veröffentlichungsdatum: 01.08.2008

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Sinfonie/Burlesque/Sinf.

In den unzähligen Konzertprogrammen, die Karl Böhm bei den Salzburger Festspielen und am Pult der Wiener Philharmoniker geleitet hat, finden sich, neben einigen zwangsläufigen Wiederholungen von Standard-Stücken des symphonischen Repertoires, immer wieder Überraschungen und Trouvaillen; so etwa aus dem Jahr 1957, als Böhm mit einem jungen Feuerkopf als Solisten eine passende Rarität aus dem frühen Opus des »Neutöners« Richard Strauss zu Gehör brachte: Friedrich Gulda spielte, in seinem erst zweiten Festspielsommer nach 1951, die Burleske d-Moll für Klavier und Orchester, die einst Hans von Bülow für »unmenschlich schwer« erklärt und abgelehnt hatte und dann von Eugen d'Albert aus der Taufe gehoben worden war. Für Friedrich Gulda war nun keine halsbrecherische Klangkaskade, keine irrwitzige Steigerung des Tempos und der Dynamik im Zusammenspiel mit dem Orchester »unmenschlich« genug, als dass er sie nicht gemeinsam mit Böhm und den Wiener Philharmonikern noch in einen sinnfälligen und mitreißenden musikalischen Zusammenhang gebracht hätte. Könnte man erwarten, dass nach einer solchen musikalischen Sternstunde die bekannte 7. Symphonie A-Dur Ludwig van Beethovens nur ein routiniertes Zugeständnis ans Publikum wäre, so sieht - und vor allem hört - man sich bei Böhm und den Wiener Philharmonikern rasch eines Besseren belehrt: Gerade in der dramaturgisch sinnvollen Gegenüberstellung von Strauss' Burleske und der Hervorhebung der Schroffheiten und gleichsam »bocksfüßigen« Akzente in Beethovens variationenreicher Siebter mutet das wohlbekannte Stück wie ein abgründiges Satyrspiel an, der wohl populärste zweite Allegretto-Satz suggeriert trotz der traditionell vergleichsweise langsamen Tempowahl Böhms ein spannungsgeladenes Vorantasten am Rande eines Abgrundes. Und auch im Allegro con brio-Schlusssatz führt Karl Böhm und »sein« Orchester überzeugend vor, wie die tänzerische Ausgelassenheit erkämpft und von Zweifeln durchsetzt zu sein scheint, um dann immer wieder von Neuem angeschoben und schließlich vollends entfesselt werden zu können - eine lohnende Wiederbegegnung mit der »romantischen« Aufführungstradition von Beethoven hin zu Strauss.
   
     
 

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