Sinfonien/Konzerte/Szbg.1957
Beethoven / Mendelssohn / Mozart
Szell / Fleischer / Milstein

ORFEO, 3 CD

Veröffentlichungsdatum: 01.08.2008

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Sinfonien/Konzerte/Szbg.1957

Die legendären Salzburger Opern- und Konzertdirigate von George Szell sind bei Orfeo mittlerweile in großem Umfang dokumentiert. Sie werden jetzt um zwei Mitschnitte ergänzt, die aus dem Jahr 1957 stammen - dem ersten, in dem die Berliner Philharmoniker vom neuen Festspielleiter Herbert von Karajan als zweites großes Symphonieorchester neben den Wiener Philharmonikern an der Salzach präsentiert wurden. Eigentlich war Szell, der vier Jahrzehnte vor diesem Festspielsommer erstmals bei den Berliner Philharmonikern am Dirigentenpult gestanden hatte, nur für ein Konzert im Mozarteum eingeplant gewesen: ein reines Mozart-Programm mit der berühmten g-Moll-Symphonie KV 550 zum Abschluss, davor die weniger bekannte Symphonie A-Dur KV 201 und das Klavierkonzert C-Dur KV 503 mit dem damals gerade 29-jährigen Salzburg-Debütanten Leon Fleisher als Solisten, dessen frühe Abgeklärtheit sich im Spiel ideal zum erstaunlich filigranen Mozart-Stil Szells und der Berliner Philharmoniker fügte. Damit wäre es eigentlich bei einem einzigen gemeinsamen Auftritt des Maestro mit dem Orchester 1957 geblieben - wäre es nicht zu einem Einspringen im letzten Moment gekommen, mit dem Szell eine knappe Woche später ein Konzert im Alten Festspielhaus rettete. Auswendig und ohne Probe begann Szell den Abend, nur gewollt sturmumtost aufbrausend, mit Debussys La mer. Den Mittelteil bildete eine äußerst delikate, gleichwohl nie süßliche Wiedergabe von Mendelssohns Violinkonzert e-Moll op. 64, mit Nathan Milstein als Solisten. Entgegen der ursprünglichen Programmfolge beendeten die Berliner Philharmoniker und George Szell einen letztlich umjubelten Abend mit Beethovens Symphonie No. 3 »Eroica«: Noch im Livemitschnitt verblüfft, wie in der Wahl der Tempi, in den Akzenten und Steigerungen nie der Eindruck aufkommt, Szell habe sich bei der spontan übernommenen Leitung auf das Nötigste beschränkt, oder sei etwa ein zu großes Risiko bei der Durchsetzung seiner persönlichen Interpretation eingegangen. Mit der gewohnten Präzision und Perfektion, aber ebenso klar erkennbar in der Originalität seiner Handschrift als Dirigent, ist diese Archivaufnahme ein weiterer Beleg für die Ausnahmestellung des George Szell unter den Meisterdirigenten des 20. Jahrhunderts.
   
     
 

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