Eng.suite/Appassionata/Etude
Bach / Schumann / Beethoven
Buchbinder / Szbg.2004

ORFEO, 1 CD

Veröffentlichungsdatum: 01.08.2008

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Eng.suite/Appassionata/Etude

Es ist müßig, den Ausnahmerang eines Pianisten wie Rudolf Buchbinder zu beschwören, der die Meisterschaft über sein Instrument Jahrzehnte lang, Tag für Tag bestätigt. Es sei nur darauf hingewiesen, dass er diese Unerschütterlichkeit auch epochenübergreifend an einem einzigen Abend unter Beweis stellen kann - wie in jenem Konzert - und nunmehr als CD veröffentlichten Festspieldokument - 2004 bei den Salzburger Festspielen. Buchbinder beherrscht die Formen stilistisch kundig, spieltechnisch souverän und unbestechlich durch Mode-Erscheinungen historisch »korrekter« Aufführungspraxis. Beethovens »Appassionata« stand 2004 in Salzburg jener Komponist, mit dessen Klavierwerk Buchbinder in den letzten Jahren am deutlichsten hervorgetreten ist, im Mittelpunkt der Programmabfolge. Aber im Großen Festspielhaus erwiesen sich seine Interpretationen von Johann Sebastian Bachs Englischer Suite No. 3 g-Moll BWV 808 und Robert Schumanns Symphonischen Etüden op. 13, die er um die fünf posthum veröffentlichten Variationen erweiterte, als nicht minder gekonnt und durchdacht. Wie bei allen seinen Auftritten und Einspielungen widerlegt Buchbinder, dass Virtuosität und Ausdruck einander mitunter im Wege stehen und in Einklang gebracht werden müssten. Sein Spiel ist frei von jeglicher übertriebener »barocker« Ornamentik einerseits, oder Tendenzen einer verwischten Romantisierung andererseits. Nicht nur in Schumanns Variationenwerk, auch bei Bach und Beethoven liegen der musikalischen Entwicklung klar erkennbare thematische Ursprungspunkte und -zellen zugrunde. Buchbinder gliedert vorbildlich und setzt, etwa beim Einschub der »posthumen« Variationen in Schumanns Etüden, wo nötig auch deutliche Zäsuren. Er kann aber auch und vor allem, wie in der Gigue aus Bachs Partita BW 825 als Zugabe, die Musik auf einer vergleichsweise kurzen Strecke in einen so klaren und mitreißenden Fluss bringen, dass sich kein Hörer dem entstehenden Sog entziehen kann. Mit Fug und Recht kann hier, abseits von allem »Glamour«, von einem Meilenstein in der jüngeren Geschichte der Salzburger Festspiele gesprochen werden.
   
     
 

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