Ivan Ilic


The Transcendentalist

Mit seinem ersten Album für das Label HERESY begibt sich der in Paris lebende amerikanischserbische Pianist Ivan Ilic auf Spurensuche nach den pianistischen Verbindungen zwischen Alexander Scriabin und der amerikanischen Avantgarde.

Die CD mit romantischen Miniaturen von hypnotischer Schönheit enthält außer Werken von Scriabin, John Cage und Morton Feldmann auch die Weltpremiere des neuen Werkes des in Brooklyn lebenden Komponisten Scott Wollschleger „Music Without Metaphor“.

Sämtliche Komponisten, deren Werke hier in einen völlig neuen Zusammenhang gebracht werden, sind von den Ideen des Ralph WaldoEmerson bzw. den transzendentalisten beeinflusst.

Diese Philosophie scheint sich wie ein roter Faden durch die Musik zu ziehen und drückt sich gleichsam durchgängig in einer mysteriösen, meditativen lyrisch introspektiven Atmosphäre aus,die dieses Album sowohl für den akademischen wie auch für den emotionalen Hörer zu einem außerordentlichen Hörvergnügen macht.

 

Wir gratulieren!
Ivan Ilic erhält für The Transcendentalist den "Supersonic Pizzicato" Award (Pizzicato Magazine, Luxembourg 9.7.2014) Eine Stunde lang Ruhe…

 

Sound Clip: Alexander Scriabin – Prelude, Opus 15 No. 4 In E Major from the upcoming album IVAN ILIC, PIANO, THE TRANSCENDENTALIST - Music of Alexander Scriabin, John Cage, Morton Feldman, Scott Wollschleger

 

Ein wundervolles Interview von Ivan Ilic mit Christian Schaaf für Klassik.tv

 

Ivan Ilic The Transcendentalist Ben Alber | 18.06.2014 | BR-Klassik/Radio

Der Pianist Ivan Ilic wurde in Belgrad geboren, ist in den USA aufgewachsen und lebt jetzt in Paris. Auf CD präsentiert hat er bereits die 24 Préludes von Debussy und Godowskys Studien über die Etüden von Chopin - eine Herausforderung für Pianisten, denn die Stücke müssen ausschließlich mit der linken Hand gespielt werden. Die Videos, die Ilic von seiner Interpretation ins Netz gestellt hat, die haben für Furore gesorgt.
Ivan Ilics neue CD heißt "The Transcendentalist". Drückt man auf "Play", dann ist es, als würde ein Windhauch die Klaviertasten streifen. Schnell vergisst man auf dieser CD die mechanischen Vorgänge. Sind das wirklich Hämmer, die auf Saiten schlagen? Man hört zarte Tonwolken, die vorbeiziehen, dabei Figuren bilden, sich auflösen. Einige Préludes und andere Klavierminiaturen von Alexander Skrjiabin hat Ivan Ilic für seine neue CD ausgesucht, daneben "Dream" und "In a Landscape" - zwei zarte und poetische Kompositionen des Avantgardisten John Cage.
Klang-Philosophie
Der junge amerikanische Komponist  Scott Wollschleger ist mit einem Stück vertreten und als großen Abschluss seines CD-Programms präsentiert Ivan Ilic das über zwanzigminütige "Palais de Mari" von Morton Feldman. "Für mich ist Klang das Wichtigste. Ich empfinde, das ich ihm untergeordent bin. Ich spüre, dass ich meinen Klängen zuhöre und tue, was sie mir sagen." So hat Morton Feldman einmal seine Philosophie erklärt. Dass ein Stück dieses Meisters der leisen Töne am Ende der CD erklingt, ist nur konsequent. Nach seinem virtuosen Godowsky-Projekt war für Ivan Ilic klar: Es soll auf der neuen CD auf keinen Fall um Geschwindigkeit, Technik und Virtuosität gehen. Feldman löst in seiner Musik das Gefühl von Zeit und Raum auf, zugunsten von einer Klangsphäre, die keine Grenzen kennt - ein Effekt, der sich wie ein roter Faden durch das Konzept der CD von Ivan Ilic zieht. Punkte oder gar Ausrufezeichen gibt es nicht - man nimmt Übergänge zwischen den Stücken überhaupt nicht wahr. Obwohl ganz unterschiedliche Komponisten ganz unterschiedlicher Generationen die Musik geschrieben haben. Und erstaunlich: Man hat am Ende das Gefühl, die über einstündige CD sei halb so lang gewesen. Obwohl objektiv so wenig auf den Klaviertasten passiert.
Virtuosität des Geistigen
"Der Transzendentalist" - der Titel von Ivan Ilics neuer CD ist angelehnt an eine amerikanische philosophische Bewegung aus dem 19. Jahrhundert. Denker wie Henry David Thoreau oder Ralph Waldo Emerson entwickelten eine Gegenbewegung zum Materialismus, ließen sich von romantischen Ideen, vom deutschen Idealismus und vom Buddhismus inspirieren. Es gibt natürlich Verbindungslinien zu den Komponisten der CD. Da ist Skrjabin, der Mystiker. Cage, der Buddhist. Was ihre Arbeiten betrifft, die Ilic auf seiner CD präsentiert, so gibt CD-Produzent Eric Fraad den Hinweis, Virtuosität sei hier eine Frage des Geistes und der Eigenständigkeit, nicht der technischen Finessen. Das lässt sich auch über Ivan Ilic sagen - einen Klangphilosophen am Klavier. Nachdem der letzte Ton auf "The Transcendentalist" verklungen ist fühlt man sich tatsächlich: erleuchtet. Die CD kommt mit einem ausführlichen Booklet, darin gibt's einen Text, der in die Philosphie der "Transzendentalisten" einführt, außerdem Ausführliches über Werke und Komponisten.

Ivan Ilic - The Transcendentalist
Alexander Skrjabin: Préludes aus op. 11 op. 15, op. 16, op. 19 und op. 31,
"Guirlandes" op. 73 Nr. 1, "Reverie" op. 49 Nr. 3, "Poème languide" op. 52 Nr. 3
John Cage: "Dream", "In a Landscape"
Scott Wollschleger: "Music Without Metaphor"
Morton Feldman: "Palais de Mari"