Rudi Wilfer

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"In Österreichs Jazzszene ist Rudi Wilfer eine Legende: Der 1936 geborene Pianist und Komponist spielte schon in den 1950er-Jahren in der Band des Klarinettisten Fatty George und löste dort Joe Zawinul ab, als dieser in die Staaten ging. Später gründete er sein eigenes Trio und spielte mit fast allen Größen der internationalen Jazzszene. Nach Zawinuls Tod komponierte Wilfer ein Requiem für seinen Freund, das 2009 uraufgeführt wurde, und aus dem er jetzt auch einige Stücke in sein neues Album „Somewhere“ übernommen hat. Diese in Salzburg produzierte CD ist eine Sensation, das schönste, suggestivste Solo-Album seit langem und eine Lehrstunde in musikalischer Entschleunigung. Wilfer kreiert da in vier eigenen Stücken und vier bekannten Standards Slow Food vom Feinsten, eine meditative Traumreise in die intimsten Bezirke seiner Seele und das „Destillat aus acht Jahrzentenwachen musikalischen Lebens“, wie Labelchef Richard Winter im Booklet schwärmt. Es ist die Rückkehr zur Simplizität und Schönheit des Wahrhaftigen, ein achtteiliges Adagio behutsam ertasteter zärtlicher Klangrede, die trotz der aufgehobenen Zeit sogartige Spannungsbögen zieht und den Zuhörer auratisch gefangen nimmt. Fünf Neumann-Mikrofone übertragen Wilfers magie auch ins heimische Wohnzimmer." (Attila Csampai, Crescendo 01/2017)

 

Somewhere

Rudi Wilfer hat in den folgenden Jahrzehnten seine Erfahrungen verdichtet und war in der Lage, in immer kleiner werdenden Formationen seiner Musikalität Ausdruck zu geben. Zuletzt hat Rudi Wilfer ein schon erstelltes Konzept für die geplante CD-Produktion nochmals völlig umgestoßen, sich allein in Klausur begeben und uns alle mit dem Ergebnis gerührt und überrascht. Was aus acht Jahrzehnten wachen musikalischen Lebens zu destillieren ist, ist auf dieser CD zu hören. Der Kosmos war offen, die Ernte reich.

 

Hörprobe: Track 3 - Rudi Wilfer - Erdaepfel von unten
Hörprobe: Track 7 - Rudi Wilfer - Blues beyond Silence

 

Rudi Wilfer 1936 in Salzburg geboren und in Wien aufgewachsen, zählt heute zu den bedeutendsten und profiliertesten österreichischen Musikern von internationalem Rang. An der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien studierte er zunächst Trompete und Klavier, gefolgt von Studien der Komposition und Satzlehre am Konservatorium der Stadt Wien. Bei aller Vielseitigkeit sollte das Klavier schließlich sein Hauptinstrument werden. In den Ensembles von Uzzi Förster, Fatty George, Erich Kleinschuster, Clifford Jordan, Friedrich Gulda, aber auch mit eigenen Gruppen hat Rudi Wilfer Jazzgeschichte geschrieben. Mit Friedrich Gulda verband ihn sowohl künstlerisch als auch menschlich eine lebenslange Freundschaft.

Somewhere
Gershwin / Wilfer…
Rudi Wilfer
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Rudi Wilfer begann seine Musikerkarriere im Wien der fünfziger Jahre in Europas Jazzband Nummer eins des berühmten Klarinettisten Fatty George als Nachfolger des Pianisten Joe Zawinul, als dieser nach New York ging, um seine Karriere in den USA aufzubauen. „Fatty’s Saloon” galt damals als schönster Jazzclub der Welt. Hier ergaben sich für Rudi Wilfer Chancen, viele amerikanische Weltstars, die in Wien gastierten, nicht nur kennen zu lernen, sondern auch mit ihnen zusammen zu arbeiten: Quincy Jones, Duke Ellington, Count Basie, Louis Armstrong, Art Blakey, Stan Getz, Jimmy Heath, Ella Fitzgerald, Lionel Hampton und einige mehr gaben Rudi Wilfer wesentliche Impulse für seine musikalische Entwicklung.

In den sechziger Jahren folgte die Gründung des legendären „Rudi Wilfer Trios“: Es entstande zahlreiche Plattenproduktionen, darunter viele Eigenkompositionen, mit dem österreichischem Rundfunk, welche auch häufig im noch jungen Programm von Ö3 gespielt wurden.

Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählte einerseits Rudi Wilfers Mitgliedschaft in dem „Leo Wright – Carmell Jones Quintett“ in Berlin im Jahre 1970, als auch seine Tätigkeit als begehrter Begleiter internationaler Jazzgrößen wie Slide Hampton (Posaune), Billy Mitchell (Tenorsaxophon), Harold Jones (Schlagzeug), Art Farmer (Trompete) und anderen. Auch Oliver Nelson (Arrangeur und Saxophonist) holte Rudi Wilfer in seine „Berlin Dream Band“.

Die Zusammenarbeit mit diesen afro-amerikanischen Musikern bezeichnet Rudi Wilfer selbst als einige seiner größten Musikerlebnisse. Im Jahr 1973 gewann Rudi Wilfer den ersten Preis beim internationalen Jazzthemenwettbewerb „Concours international de composition de thèmes de jazz“ von Monaco mit der seinem Freund Joe Zawinul gewidmeten Komposition „For Joe“.

Dieser Preis machte endlich auch die internationale Jazzszene auf Rudi Wilfer aufmerksam. Es folgten weitere Radio- und TV-Produktionen und zahlreiche erfolgreiche internationale Tourneen mit arrivierten US-Jazzgrößen wie beispielsweise den Tenorsaxophonisten Bud Freeman und Eddie „Lockjaw“ Davis. Sein erster Aufenthalt in den Vereinigten Staaten von Amerika 1979 war geprägt vom Zusammentreffen mit dem Pianisten Bill Evans, zeitlebens ein großes Idol von Rudi Wilfer.


Live at the Odeion
Diverse
Rudi Wilfer / Feli…
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Allein
Wilfer / Schumann…
Rudi Wilfer
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1981 trat Rudi Wilfer mit seiner ersten großen sakralen Komposition an die Öffentlichkeit, der „Sankt Michaeler Messe“, die unter der Leitung von Erwin Ortner mit dem Arnold Schönberg Chor und dem Rundfunkorchester in der Wiener Don-Bosco-Kirche uraufgeführt wurde.

1982 folgte die Uraufführung des Orgelkonzertes „Tropfsteine“ in St. Augustin in Wien. Im gleichen Jahr wurde Rudi Wilfer Professor für Jazzpiano und Improvisation am Konservatorium der Stadt Wien und beeinflusste damit eine ganze Generation junger Musiker. Im Jahr 1983 wurde seine Komposition „Für den Frieden singen“ im Salzburger Festspielhaus uraufgeführt. Ein Jahr später, 1984, begann er mit der Komposition der Oper „Christian“. Rudi Wilfer konzertierte häufig mit den Spitzensolisten der österreichischen Szene wie dem amerikanischen Trompeter Lee Harper, den Gitarristen Harry Stojka und Karl Ratzer, dem ungarischen Bassvirtuosen Aladár Pege und dem Saxophonisten Karl Drewo, mit denen er auch zahlreiche Alben einspielte. Die Uraufführung eines weiteren großen Werkes, der „Lungauer Blues Messe“, leitete Rudi Wilfer beim 3. Salzburger Jazzherbst 1998 in der Kollegienkirche selbst.