Konzert für Klavier und Orchester
Rachmaninoff / Montero
Gabriela Montero / Prieto / YOA Orchestra

Orchid Classics, 1 CD

Releasedate: 20.05.2015

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€ 15.90

 

Gabriela Montero ist schon seit Jahren ohne Zweifel eine der prominentesten Pianistinnen. Ihre bisherigen Soloalben waren allesamt Bestseller. 
Nun legt Montero nicht nur ihre erste Konzertaufnahme auf CD vor (und das gleich mit Rachmaninoffs zweitem Klavierkonzert!), sondern debütiert auch mit der CD-Veröffentlichung ihrer ersten formalen Komposition.  
Formal? Was soll das denn bedeuten? Nun, Gabriela Montero sieht sich als Pianistin und Virtuosin auch zur Improvisation verpflichtet. Und so verfolgt sie in ihren Konzertprogrammen schon seit vielen Jahren die Praxis des freien Improvisierens. Früher nannte man das "Fantasieren", und Komponisten wie Beethoven, Schubert oder Liszt waren berühmt für ihre Gabe zum freien Fantasieren.
Die Pianistin geht nun den Schritt weiter von der Improvisationskunst hin zur fixierten Komposition. Diese klingt zutiefst überzeugend, erinnert sogar etwas an Heitor Villa-Lobos, was ja nur als Lob verstanden werden kann. Zugleich setzt sie damit auch ein politisches Statement.
Ihre Komposition "Ex Patria - In memoriam" stellt Monteros Sicht als Exil-Venezolanerin auf ihr Heimatland dar. Erst jüngst hatte Gabriela Montero ja in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" weltweit für Aufsehen gesorgt, als sie Gustavo Dudamel der Kollaboration mit dem venezolanischen Regime bezichtigte und öffentlich dazu riet: "Treten Sie zurück, Herr Dudamel!"
Ja, Gabriela Montero ist eine querköpfige Interpretin mit starker Aura. Bislang für ein Major Label unter Vertrag, wagt sie mit diesem Album den Neuanfang beim britischen Indie Label Orchid Classics.

   
     
CD Track Titel Dauer Komponist PLAY
1     1. Moderato 11:37    
2     2. Adagio sostenuto 11:35    
3     3. Allegro scherzando 11:37    
4 Ex Patria op. 1 13:22    
5 Improvisation Nr. 1 5:25    
6 Improvisaiton Nr. 2 7:06    
7 Improvisation Nr. 3 3:42    
 

Gabriela Montero spielt Rachmaninow und Montero
Engmaschig und kräftig klingt Gabriela Monteros Rachmaninow. Und eine Spur pathetisch. Mit ihrer Interpretation seines Zweiten Klavierkonzertes trifft die 45-jährige Venezolanerin ins Schwarze.

Rachmaninow, eben noch von Erfolg verwöhnt, steckt in einer tiefen Schaffenskrise. Der ohnehin schon schwermütige Komponist wird depressiv und sucht sich Hilfe bei einem Neurologen. Der Arzt hypnotisiert ihn und flüstert ihm ein, Rachmaninow schaffe es; er werde sein Klavierkonzert schreiben, und zwar mit großer Leichtigkeit. Leicht ist Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 mitnichten. Dafür aber wild romantisch. Gabriela Montero scheint das Konzert wie auf den Leib geschneidert. Die großen Rachmaninow'schen Melodien spielt sie voller Hingabe, die schnellen Läufe in einem atemberaubenden Tempo. Begleitet wird sie vom YOA Orchestra of the Americas unter der Leitung von Carlos Miguel Prieto. Es braust und tost. Doch bei allem Gewicht, das Montero in die Tasten legt: Ihr Klavierspiel bleibt immer klar.

Spiel mit Stilen
"Mein Kopf ist ein Dauerradio", sagt Gabriela Montero. Voller Musik, die irgendwann 'raus müsse. Montero ist nicht nur eine exzellente Interpretin. Sie ist auch eine begnadete Improvisationskünstlerin. Bei ihren Konzerten improvisiert sie auf Zuruf aus dem Publikum – über Melodien aus dem Pop oder aus der Klassik. Ihre Mentorin, die Klavierlegende Martha Argerich, war es, die sie dazu angespornt hat, dieses Talent bloß nicht verkümmern zu lassen. Montero liebt das Spiel mit Stilen. In den Improvisationen auf ihrer aktuellen CD klingt Debussy an, Bach oder auch Beethoven. Und sie liebt die tiefen Klangregionen. Ihre improvisierten Stücke entstehen oft aus einem Murmeln in dunklen Tonschichten, rauschen dann übers ganze Klavier, um schließlich wieder in der Dunkelheit zu verschwinden.

Aufschrei gegen die Diktatur
Seit 2011 notiert Gabriela Montero ihre Werke auch. "Ex Patria", so heißt ihr Opus 1, das nun erstmals auf CD erscheint. Das Werk ist ein öffentlicher Aufschrei. Das Thema: Monteros Heimat Venezuela. "Ex Patria" ist den beinahe 20.000 Opfern gewidmet, die die Diktatur allein im Jahr 2011 gekostet hat. Diesem Stück hat Montero all ihre Wut, ihre Fassungslosigkeit und ihre Trauer eingeschrieben.
Gabriela Montero hat ihrer Heimat Venezuela den Rücken gekehrt und lebt heute in Los Angeles. Auch aus dem Exil heraus kritisiert sie die politische Lage in ihrem Geburtsland. Und das tut sie vehement und temperamentvoll. Ganz so, wie sie sich auch auf ihrer aktuellen CD präsentiert. Mehr Leidenschaft geht nicht. BR Klassik, CD Tipp / Kristin Amme  / 26.05.2015



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Gabriela Montero: "Rachmaninov - Piano Concerto No. 2"
Das Vermögen zu improvisieren, unterscheidet Gabriela Montero von den meisten anderen klassischen Pianisten. Auf Anraten Martha Argerichs integriert die venezuelanische Virtuosin mittlerweile regelmässig improvisierte Elemente in ihre Solo-Rezitals mit großem Publikumserfolg. Für ihre erste orchesterbegleitete CD wählte Montero mit Rachmaninovs populärem 2. Klavierkonzert eines der meistaufgenommenen Werke der einschlägigen Literatur. An der Seite junger Musiker aus Nord-, Mittel- und Südamerika gelingt der - auch politisch - engagierten Künstlerin eine beeindruckende Aufnahme. Rachmaninovs opulentem Klangkosmos und den enormen handwerklichen Herausforderungen begegnet Montero mit kräftiger, jedoch schlanker Tongebung und klarer Artikulation. Pathos findet in dieser elaborierten Lesart ebenso wenig Platz wie romantisierende Indifferenz. Ein gewichtiges wie originäres Statement in Sachen Rachmaninov. MDR / Take 5 / Martin Hoffmeister / 01.06.2015

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