Klaviersonaten
Beethoven / Mozart
Alexei Kornienko

Deka Media, 2 CD

Releasedate: 02.02.2014

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€ 29.90

 

Wenn ich Mozart spiele, dann überkommt mich jedes Mal ein Gefühl, als könnten sich Phrasen und Motive gar nicht anders entwickeln, als wäre das, wohin Mozart uns führt, Teil eines uralten Schöpfungsplans, an dessen Ende ein abgesichertes Paradies steht.

Mozarts Sonaten, so auch die vier hier eingespielten, sind in ihrer Art, „tadellos“. Man findet keinen Fehler, ja keine Note, die nicht zu verstehen oder auch zu er­fühlen wäre. Mozart schrieb klar, transparent und geht mit seinem zumeist zweistimmigen Klaviersatz optimal auf das Instrument ein. Ich kann Menschen verstehen, die diese Ausgewogenheit als göttlich empfinden - Kennzeichen eines Ausnahme-Genies ist das allemal.

Beethoven dagegen ist nicht leichtgängig. So brutal, wie er aus seiner Kindheit ins Erwachsenenleben gestoßen wurde - meiner Meinung nach viel härter, als Mozart. Für mich besitzt das eine beinahe erschreckende Parallele zu Beethovens wirklichem Leben: der Kampf gegen Dummheit und Ignoranz, die Fesseln seiner Ertaubung und letztlich die schwere Lebererkrankung. Nicht umsonst besitzt die Eroica dieses prometheische Feuer im Finale.

Zurück zum Stil: Beethoven, der sich am Anfang seiner Wiener Karriere durch fantastische Improvisationen einen Namen machte, bliebt sein Leben lang der Fantasie verbunden. Wenn er sich auch aller Stilmittel der Zeit bedient und klassische Formen verwendet, so unterläuft er sie im selben Moment durch sein Ringen um die perfekte Balance zwischen Maß und Maßlosigkeit.

Für mich pendelt Beethovens Musik zwischen diesen Extremen, gebändigt durch ein ungeheures Form­bewusstsein - heute würde man wohl „perfektes Timing“ dazu sagen -, eine Musik, die bürgerlich-trotzig, dabei witzig und pointiert und zugleich seelenvoll und melancholisch sein darf.

Zaubert Mozart eine Utopie eines heute kaum zu verwirklichenden Ideal-Lebens, so hält uns Beethoven, wie später vielleicht nur Mahler, einen Spiegel unseres Daseins mit all seinen Höhen und Tiefen vor. Er ist in seiner Gesinnung bereits ein echter Romantiker.

Ich hoffe, mit diesen beiden CDs den gewaltigen Unterschied von Mozart und Beethoven aufzeigen zu können. Beide sind einander nur in einem Punkt ähnlich: in ihrer Genialität.

   
     
 

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