Pirchner/Klaviertrios
Werner Pirchner
Eggner Trio

GRAMOLA, 1 CD

Releasedate: 01.10.2016

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Pirchner/Klaviertrios

At the beginning of his career the Austrian artist Werner Pirchner (1940-2001) appeared mainly as jazz musician, but at the same time began at an early age studying classical comoposers and theorists of the avantgarde like Schönberg, Messiaen and Adorno. Later he composed works for diverse casts of instruments, while his trademarks are a provocative style and humoristic titles centering around the nature of man and his behaviour. With this CD the Eggner Piano Trio consisting of the brothers Georg, Florian and Christoph Eggner releases the three piano trios of Werner Pirchner going by the titles: "To whom does a human being belong?", "Homeland" and "Today ... was yesterday tomorrow. Today .... is tomorrow yesterday". Eggner Trio The Austrian Eggner Trio is among the best-known piano trios of the present day. Founded in 1997 by the three brothers Georg (violin), Florian (cello) and Christoph Eggner (piano), this ensemble is regularly a guest in important concert halls such as the Wigmore Hall London, the Concertgebouw Amsterdam and the Musikverein in Vienna. The Eggner Trio has delighted the public in Vienna, Graz, Munich, Paris, Brussels, Stockholm, Birmingham, Rome, Athens, Barcelona, Bilbao, Alicante, Kievand Strasbourg, and has performed at numerous festivals, among them the Kissinger Sommer, the Schubertiade Schwarzenberg, the Heidelberger Frühling, and Lockenhaus Chamber Music Festival. Concert tours have brought the Eggner Trio to Japan, Argentina, Uruguay, China, the USA, as well as several times to Australia and New Zealand. The Trio attracted international attention in 2003 by winning first prize at the Melbourne International Chamber Music Competition in Australia and in 2006, in the framework of the "Rising Stars" series, with performances in Carnegie Hall, Cite de la musique Paris, the Festspielhaus Baden-Baden, the Kölner Philharmonie, the Mozarteum Salzburg and in the Musikverein in Vienna.

   
     
CD Track Titel Dauer Komponist PLAY
1   Klaviertrio Nr. 1 PWV 31: Wem gehört der Mensc…        
1     1. Der Mensch gehört dem Staat.… 4:43   0.99€
2 2. Zwentendorf - Wackersdorf. Ein Spaziergang… 5:50   1.59€
3 3. Die Pflicht zum Ungehorsam 5:22   1.59€
4 4. Die Regierung - unsere Angestellten 2:24   0.99€
5 5. Tempo: SOS 4:18   0.99€
6 6. Pfeif wie ein Kind 2:36   0.99€
  Klaviertrio Nr. 2 PWV 29b: Heimat?        
7     1. Aus dem Nichts? 5:41   1.59€
8 2. Wiesel? 2:48   0.99€
9 3. Stimmungslied? 2:58   0.99€
10 4. Freundlich? 3:15   0.99€
  Klaviertrio Nr. 3 PWV 63: Heute ... war Gester…        
11     1a. Gestern? 2:20   0.99€
12 1b. Heute? 1:33   0.99€
13 2. Drein sein - beinander bleibn ... 3:07   0.99€
14 3. Gruss an die Knoblauch-Familie 4:23   0.99€
15 Auszug :Interview mit Werner Pirchner 5:43   1.59€
 

Die Pflicht zum Ungehorsam

Von Thomas Rothschild

Werner Pirchner, der im Jahr 2001 mit nur 61 Jahren gestorben ist, war ein Original innerhalb der an Originalen nicht gerade armen österreichischen Landschaft, als ein austriakischer Gerard Hoffnung oder Victor Borge. Von Anfang an, seit „ein halbes doppelalbum“ von 1973, galt er als Komödiant der Musikszene. Dieses Image ist der Vibraphonist und Komponist aus Hall in Tirol – er selbst sprach stets von Hallitirol mit Betonung auf der zweiten Silbe – nie los geworden. Dabei wäre der Autodidakt gerne als seriöser Komponist wahrgenommen worden, der er ja auch war, wenn man Humor nicht für unseriös hält. Ganz unschuldig ist er selbst freilich nicht daran, dass ihm das Attribut des Komischen anhaftete. Auch bei den Gesprächsauszügen, die auf einer eben erschienenen CD enthalten sind, ist nicht eindeutig zu entscheiden, wann seine Äußerungen absichtsvoll und wann sie eher durch eine Fehlinterpretation von Pirchners Redeweise und seinem Tiroler Dialekt komisch wirken. Übrigens kam der sympathische, ebenso muntere wie bescheidene Musiker aus einer politisch engagierten Familie. Darüber freilich hat er nicht gesprochen. Das erfährt man, wenn man sich in Hall in Tirol umhört.

Einem breiten Publikum war der ungeheuer produktive Werner Pirchner bekannt durch die Jingles, die er, wie Wolfgang Dauner für den SDR, für den ORF schrieb, ohne dass es seinen Namen wissen musste. Das Eggner Trio, bestehend aus den Brüdern Georg Eggner an der Violine, Florian Eggner am Violoncello und Christoph Eggner am Klavier, hat nun die drei Klaviertrios von Werner Pirchner – ein viertes blieb unvollendet – für das Label Gramola aufgenommen. Zwischen 1988 und 1997 entstanden, tragen sie die Titel „Wem gehört der Mensch…?“, „Heimat?“ und „Heute…war Gestern Morgen. Heute…ist Morgen Gestern“. Sie bestehen aus drei bis sechs Sätzen von jeweils weniger als sechs Minuten Dauer, die sich wie unabhängige Miniaturen ausnehmen und wiederum jeweils eine Satzbezeichnung tragen mit teils politischer Implikation – „Zwentendorf – Wackersdorf. Ein Spaziergang nach Tschernobyl“, „Die Pflicht zum Ungehorsam“, „Die Regierung – unsere Angestellten“ –, teils parodistischem Akzent – „Drein sein – beinander bleibn…“. Eine CD aus dem Jahr 1986 trägt den Titel „EU“. Er signalisiert die Symbiose von E- und U-Musik, was immer man darunter verstehen mag.

Kennzeichnend für Pirchners Stücke sind die Brüche und äußerlich unmotivierten Sprünge auf allen musikalischen Ebenen – der Melodie, dem Rhythmus, den Harmonien. Dieses Aufeinandertreffen von scheinbar nicht Vereinbarem ist es auch, was in anderem Kontext Komik bewirkt. Die Kompositionen, die zum Teil vorausgegangene Bühnenmusiken zur Grundlage haben, zeichnen sich aus durch eine dramatische Suggestivität, eine gestische Bewegtheit, die fast naiv, jedenfalls ohne Berechnung daher kommt. Ihre fragmentarische Kürze, ihr aphoristischer Charakter lässt Ermüdung nicht aufkommen. Vielleicht fehlt ihnen auch der Raum, der Pirchner als Jazzmusiker, namentlich im Zusammenspiel mit dem Gitarristen Harry Pepl, bei seinen Improvisationen zur Verfügung stand.

Werner Pirchner hat zwar, wie er in dem erwähnten Gespräch erzählt, die Komponisten der Zweiten Wiener Schule und die „Darmstädter Beiträge zur Neuen Musik“ studiert, aber er selbst verharrt im tonalen Bereich, nimmt auch schlichte Volksmelodien in seine Werke auf und verzichtet auf jegliches Imponiergehabe. Er will nichts beweisen. Er macht einfach nur Musik.

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