Don Giovanni/1973
Wolfgang Amadeus Mozart
Sawallisch / Raimondi / Moll / Price / Winkler / Varady / Popp

ORFEO, 3 CD

Releasedate: 19.01.2015

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€ 44.70

 

Selbst an großen Opernhäusern ist es ein besonderer Glücksfall, wenn nicht nur ein charismatischer Don Giovanni, sondern mit ihm in Mozarts gleichnamiger Oper das ganze Ensemble eine geradezu magnetische Wirkung auf das versammelte Publikum ausübt (und nicht wie im Verlauf der Handlung alle neuen Eroberungen des Verführers fehl schlagen und nur die Erinnerung an frühere Erfolge bleibt). Diese seltene Konstellation eines ungebrochen faszinierenden Titelhelden und ebenbürtiger „Objekte“ seiner Begierden ist 1973 bei den Münchner Opernfestspielen eingetreten: Der gerade Anfang dreißigjährige Ruggero Raimondi eroberte die Bühne der Bayerischen Staatsoper im Sturm und etablierte sich damit zugleich in seiner Generation als der Don Giovanni schlechthin. Aber mit seinem unverwechselbaren, beweglichen und unwiderstehlichen Bassbariton blieb er, obschon er im Zentrum der Aufführung stand, keineswegs die einzige Sensation. Mit Margaret Price als Donna Anna, Julia Varady als Donna Elvira und Lucia Popp als Zerlina sah er sich einem Sopranistinnen-Trio gegenüber, durch das nicht nur die jeweiligen Arien, sondern die zahlreichen und häufig so heiklen Ensemble-Nummern in Don Giovanni zu einem musikalischen Hochgenuss wurden (und im Live Mitschnitt des Premierenabends nun nachzuhören sind). Inmitten dieser tragkräftigen und hoch individuellen Stimmen des Protagonisten und der Partnerinnen behauptete sich Hermann Winkler als Don Ottavio mit jugendlichem Heldentenor ebenso wie der überaus wendige Spielbass von Stafford Dean in der Dienerrolle des Leporello. Einen markigen Masetto gab Enrico Fissore, und für eine finale Höllenfahrt Don Giovannis, die dem Zuhörer so manchen Schauer über den Rücken jagen kann, garantierte neben Kurt Molls finsterem Bass für den Komtur nicht zuletzt Wolfgang Sawallisch am Pult des Bayerischen Staatsorchesters: ein Don Giovanni der rasanten Tempi, der brillant auf das dramatische Geschehen abgestimmten Impulse und, dank der lyrischen Qualitäten der Sängerinnen und Sänger, der immer wieder punktgenau gesetzten Momente der Ruhe und des beglückenden Innehaltens.

   
     
 

DON GIOVANNI mit Raimondi, Varady, M. Price und Popp – ORFEO d‘OR
Dr. Ingobert Waltenberger

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