Musik von SchülerInnen Anton Bruckners
Tonali Trio/Linton-France
Meyrswalden/Caro/Marschner/Hynais/Stroß
2 CD, Gramola
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Veröffentlichungsdatum: 15.03.2024
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EAN 9003643992955
Bestellnummer: 99295
Musik von SchülerInnen Anton Bruckners
Etliche SchülerInnen Anton Bruckners widmeten sich, ganz im Gegensatz zu ihrem Lehrer, mit großer Leidenschaft der Komposition von Kammermusikwerken, wovon beispielhaft die drei hier erstmals eingespielten Klaviertrios zeugen. Der aus Breslau stammende Paul Caro studierte von 1880 bis 1885 bei Bruckner, dem er im September 1886 die Druckausgabe seines Klaviertrios E-Dur, op. 8 schenkte. Der gebürtigen Linzerin Mathilde Kralik von Meyrswalden, die von 1875 an Privatschülerin Bruckners war, gelang mit ihrem 1880 uraufgeführten Klaviertrio F-Dur einer ihrer ersten großen Erfolge. Franz Marschner, geboren im böhmischen Leitmeritz und von 1883 bis 1885 Bruckners Kontrapunkt-Schüler, schuf mit seinem Klaviertrio c-moll, op. 30 um 1902 ein ebenso ambitioniertes wie meisterhaftes Werk von geradezu sinfonischen Dimensionen. Ergänzt werden die Aufnahmen, für die sich drei junge, schon international gefragte MusikerInnen zum TONALi Trio zusammengeschlossen haben, durch Daniel Linton-Frances Weltersteinspielungen von zwei faszinierenden Klavierwerken aus der Feder der Bruckner-Schüler Cyrill Hynais und Alfred Stroß, der ab 1876 am Wiener Konservatorium studierte und vermutlich parallel dazu Privatunterricht bei Bruckner nahm.
Playlist
Track Titel Dauer Hörprobe
CD 1
Mathilde Kralik von Meyrswalden - Klaviertrio F-Dur
1 I Feurig bewegt 8:48
2 II Langsam, mit Ernst 7:15
3 III Sehr schnell 2:22
4 IV Rasch, energisch 7:39
Paul Caro - Klaviertrio E-Dur op. 8
5 I Allegro non troppo 7:08
6 II Introduzione. Andante – Scherzo. Presto – Trio. Meno mosso 5:51
7 III Adagio 10:39
8 IV Finale. Prestissimo possibile 4:07
CD 2
Franz Marschner - Klaviertrio c-Moll op. 30
1 I Allegro maestoso 13:07
2 II Adagio molto 16:28
3 III Allegro sciolto 11:36
Cyrill Hynais
4 Liebessang As-Dur für Klavier 8:05
Alfred Stroß
5 Thema mit Variationen a-Moll für Klavier op. 15 7:25
Rezensionen

pizzicato.lu

★★★★★ SWR Kultur

"Dass es von Bruckner-Schülern manch ambitioniertes Instrumentalwerk in Gattungen gibt, denen sich Bruckner gar nicht gewidmet hat, belegt eindrucksvoll eine bei Gramola erschienene Doppel-CDs des TONALi Trios und des Pianisten Daniel Linton-France, auf denen sich drei Klaviertrios und zwei Werke für Solo-Klavier finden." - Norbert Florian Schuck (The New Listener)


"Noch etwas, was wider Erwarten kaum nach Bruckner klingt, sind die Werke von Schülern Anton Bruckners. Einer von Bruckners Lieblings-Studenten war Hans Rott, seine berühmte E-Dur-Symphonie profitiert eher davon, dass sie wenig mit den Klang-Monolithen gemein hat, die Bruckner in seinem sinfonischen Oeuvre beschwor. Werke anderer Schüler werden auf einer Doppel-CD vorgestellt, die vor drei Jahren vom TONALi-Trio im Linzer Brucknerhaus eingespielt wurde. So lernen wir etwa das Klaviertrio in E-Dur, op. 8 von Paul Caro (1859-1914) kennen. Der aus dem schlesischen Breslau (das heutige Wrocław in Polen) stammende, damals 21-jährige Sohn eines wohlhabenden Industriellen war nach Wien übersiedelt um für ein Jahr am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien bei Anton Door Klavier und bei Anton Bruckner Kontrapunkt zu studieren. Nach Beendigung seiner Studien schenkte Caro seinem Lehrer im September 1886 die Druckausgabe seines Klaviertrios in E-Dur mit einer handschriftlichen Widmung "Herrn Professor Anton Bruckner in dankbarer Verehrung". In diesem Werk ist der erzählerische Gestus und die Harmonik Schuberts hörbar und schon allein deshalb wert, öfters bei Kammermusikabenden zu Gehör gebracht zu werden. Ähnliches gilt auch für das Klaviertrio in F-Dur von Mathilde Kralik von Meyrswalden (1857-1944), das in seiner Anlage ebenfalls großen Vorbildern nacheifert. Ihre Komposition zeichnet sich durch originelle Wendungen und melodischen Einfallsreichtum aus. Mit Franz Marschner (1855-1932) wird ein weiterer Schüler Bruckners vor dem Vergessen bewahrt, und das zu Recht, denn sein Klaviertrio in c-Moll zieht den Hörer vom ersten Takt in seinen Bann, kennt eine breite Skala an Emotionen, besticht durch Erhabenheit in der Motivik und durch die elastische Eleganz seiner rhythmischen Struktur. Diese drei wertvollen Klaviertrios werden ergänzt durch zwei Klavierwerke von Cyril Hynais (1862-1913) und Alfred Stroß (1858-191 2), tadellos gespielt von Daniel Linton-France." - XTRA! Nr. 406