WELTERSTEINSPIELUNG EINER SENSATIONELLEN WIEDERENTDECKUNG
Female Symphonic Orchestra Austria (FSOA) veröffentlicht „Hymnische Symphonie“ von Mathilde Kralik von Meyrswalden auf CD beim renommierten Label Gramola
Es war nicht weniger als eine Sensation: Im Herbst 2021 brachte das Female Symphonic Orchestra Austria (FSOA) unter der Leitung seiner Gründerin und Chefdirigentin Silvia Spinnato und mit Jacquelyn Wagner, einer der gefragtesten und erfolgreichsten Sopranistinnen des lyrischen und jugendlich-dramatischen Sopranfachs, beim Internationalen Brucknerfest in Linz die Hymnische Symphonie der Bruckner-Schülerin Mathilde Kralik von Meyrswalden posthum zur Uraufführung – mehr als 80 Jahre nach Entstehen der finalen Fassung. „Sensationelle symphonische Wiederentdeckung“ titelten die Oberösterreichischen Nachrichten, und das Konzertpublikum jubelte.
Am 23. November 2025 erscheint der Live-Mitschnitt des lange zu Unrecht vergessenen Meisterwerks als weltweit erste Einspielung gemeinsam mit dem ebenfalls von Mathilde Kralik komponierten Klaviertrio F-Dur auf CD beim renommierten österreichischen Label Gramola.
Mathilde Kralik von Meyrswalden wurde am 3. Dezember 1857 in Linz in eine kunstverständige böhmische Fabrikantenfamilie geboren und genoss schon früh das Privileg, sich ihrer künstlerischen Berufung hingeben zu können. Ab 1877 lebte sie Wien, studierte bei Anton Bruckner, Franz Krenn und Julius Epstein Komposition, Klavier und Musikwissenschaft und schloss alle Lehrgänge mit Auszeichnungen ab. Ihr prominentester Kommilitone war Gustav Mahler, mit dem sie sich sogar einen 1. Preis teilte. Ihre frühe Kammermusik fand immerhin Anklang bei Eduard Hanslick, dem allseits gefürchteten Kritikerpapst, ihre Lieder, die den Hauptteil ihres Schaffens bilden, wurden gerne gesungen. Die wenigen symphonischen Werke aus ihrer Feder landeten hingegen fast ausnahmslos in der Schublade. Von 1912 bis zu ihrem Tod lebte die Komponistin mit der an der Wiener Universität tätigen Historikerin und Professorin für rumänische Sprache, Alice Scarlates, zusammen. Dieser „langjährigen Freundin, die Freud und Leid“ mit ihr teilte, vermachte sie ihren gesamten Nachlass. Mathilde Kralik starb unbehelligt am 8. März 1944 in Wien. Ihr Werk versank nahezu vollständig in Vergessenheit.
Seit 2017 widmet sich die italienische Dirigentin Silvia Spinnato mit großer Intensität und Leidenschaft der Recherche symphonischer Meisterwerke in Vergessenheit geratener Komponistinnen. Um die hörenswerten Entdeckungen einer breiten Öffentlichkeit im klassischen Musikbetrieb bekannt zu machen, gründete sie das Female Symphonic Orchestra Austria (FSOA), einen rein weiblichen Klangkörper, mit Sitz in Salzburg, der seit seiner Premiere im November 2019 unter ihrer künstlerischen Leitung bereits einen ganzen Reigen an beeindruckenden Kompositionen auf die Bühne gebracht und damit zu neuem Leben erweckt hat. Über die Konzerttätigkeiten hinaus tritt das FSOA auch als Musikverlag in Erscheinung, der unbearbeitete Manuskripte von Komponistinnen recherchiert, für seine Aufführungen transkribiert und anschließend herausgibt – mit dem Ziel, dass zukünftig jedes Orchester diese Werke in sein Repertoire übernehmen kann. Das Notenmaterial zur „Hymnischen Symphonie“ ist ebenfalls im FSOA-Verlag erschienen.
| Track | Titel | Dauer | Hörprobe |
|---|---|---|---|
| Hymnische Symphonie | |||
| 1 | I Ziemlich bewegt, rhapsodisch | 10:52 | |
| 2 | II Adagio | 10:16 | |
| 3 | III Sehr rasch | 7:01 | |
| 4 | Rasches Tempo. Feurig, schwungvoll – Hymne | 12:30 | |
| Klaviertrio in F-Dur | |||
| 5 | I Feurig bewegt | 9:22 | |
| 6 | II Langsam, mit Ernst | 7:11 | |
| 7 | III Sehr schnell | 2:13 | |
| 8 | IV Rasch, energisch | 7:51 | |