Aufruf zur höchsten Schau
Seit 2004 nimmt die versunkene Welt des einstigen „Buchenlandes“ mit ihrer vom Nationalsozialismus vertriebenen und vernichteten jüdisch-christlichen Kultur im Gesamtwerk Alexander Kukelkas, dessen Vorfahren aus Czernowitz bzw. der ehemaligen Bukowina stammten, eine besondere Stellung ein. Das Album „Aufruf zur höchsten Schau“ ist in Nachfolge der 2008 veröffentlichen Produktion „Czernowitzer Skizzen“ ein weiterer Versuch, diesem historisch einzigartigen „Vielvölkermosaik“ am Rande der Karpaten mit seiner „Klein-Wien“, aber auch „Jerusalem am Pruth“ genannten Hauptstadt Czernowitz kompositorische Reverenz zu erweisen. Diese Werkschau vereint stilistisch höchst unterschiedliche Stücke, wie das Concerto für Nai (Panflöte) und Streichquintett, Lieder für Bassbariton, Bassklarinette und Klavier, Meditationen für Solo-Klarinette und Klezmore Orchestra, Werke mit ironischen Titeln wie „Von einem Marsch, der auszog, das Tanzen zu lernen“ – Humoreske für Bläserquartett, oder auch „Requiem for a Dead End (Requiem für eine Sackgasse“)“ – Farce für Flöte, Violoncello und Klavier. Keine „historische Distanz“ und kompositorische Aufarbeitung kann aber den unwiederbringlichen Verlust dieser einzigartigen Sprach- und Kulturlandschaft relativieren bzw. erklärbar machen, in welcher am Vorabend der Shoah ein halbes Dutzend Ethnien in friedvollem Miteinander modellhaft von einer besseren Welt träumten.“