Thomas Albertus Irnberger hat nach Jahren inniger Bitten unserem Wunsch Folge geleistet und uns mit seinem Sibelius Projekt sehr glücklich gemacht. T. A. Irnbergers Konzept der Kombination eines großen Violinkonzerts mit kammermusikalischen Arbeiten des selben Komponisten folgt eher der uneitlen Idee einer komplexen Darstellung eines Komponisten, als der gemeinsamen Zurschaustellung „großer“ Violinkonzerte auf einer CD – was das Violinkonzert von Sibelius nicht kleiner macht. Hier aufgenommen mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter dem Dirigat von Doron Salomon, gehört es zu den sechs oder sieben meistgespielten Konzerten der Violinliteratur und mit seiner turbulenten Entstehungsgeschichte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den großen Würfen der Spätromantik. Die aufwändigen Überarbeitungen und Neufassungen haben dem Werk zu einer Stringenz verholfen, deren Sogwirkung man sich schwer entziehen kann. Die folgenden Violinminiaturen dieser CD, eingespielt mit Irnbergers vielbeschäftigtem Klavierpartner Michael Korstick, entstanden in den späteren Jahren zwischen 1905 und 1929.
| Track | Titel | Dauer | Hörprobe |
|---|---|---|---|
| Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47 | |||
| 1 | I Allegro moderato | 15:40 | |
| 2 | II Adagio di molto | 7:25 | |
| 3 | III Allegro, ma non tanto | 7:52 | |
| Fünf Stücke für Violine und Klavier op. 81 | |||
| 4 | I Mazurka | 2:27 | |
| 5 | II Rondino | 2:00 | |
| 6 | III Waltz | 3:26 | |
| 7 | IV Aubade | 3:05 | |
| 8 | V Menuetto | 4:01 | |
| 9 | Danse champêtre op. 106 Nr. 1 | 4:16 | |
| Vier Stücke für Violine und Klavier op. 115 | |||
| 10 | I Auf der Heide / On the Heath | 3:01 | |
| 11 | II Ballade / Ballad | 4:40 | |
| 12 | III Humoreske / Humoresque | 2:34 | |
| 13 | IV Die Glocken / The Bells (Capriccietto) | 1:34 | |
| 14 | Nocturne op. 51 Nr. 3 | 3:07 | |
| 15 | Franz von Vecsey - Valse triste | 2:42 | |

Überragender Sibelius mit Thomas Albertus Irnberger - Alain Steffen (pizzicato)
5/5
"Es gelingt ihm, mit blitzsauberem Ton und großer gestalterischer Souveränität dessen geheimnisvollen nordischen Zauber zu bewahren, so dass sich das Wechselspiel zwischen ihm und dem dunkel brodelnden Orchester wie eine Traumreise, ein fantastischer Monolog vor bedrohlicher Kulisse, und weniger wie ein Virtuosenkonzert anhört. Nichts in dieser magischen Klangwelt wirkt ausgestellt, exhibitionistisch oder auf Effekte getrimmt, sondern magisch nach innen gerichtet, mysteriös und fast unheimlich." – Attila Csampai (Rondo 5/24)
Musik: 4,5/5
Klang: 4,5/5
„Die beachtliche Diskografie des österreichischen Geigers Thomas Albertus Irnberger bekommt hochkarätigen Zuwachs. Seine Interpretation des populären Sibelius-Konzerts ist von tiefem Ernst geprägt, der gerade auch im langsamen Satz alles Kitschige meidet. Seine Tongebung deckt vom fahlsten Schimmer bis zum strahlenden Glanz eine enorme Bandbreite ab. Souverän und intensiv begleitet von Salomon und dem RPO erwächst eine eindringliche Darstellung, farbstark hochauflösend produziert. Die kammermusikalischen Zugaben bieten kurzweilige Unterhaltung, nuanciert und idiomatisch sicher dargeboten von Irnberger mit Pianist Michael Korstick. Vom Widmungsträger des Sibelius-Konzerts, dem Geiger Franz von Vecsey, stammt als weitere Zugabe ein knapp dreiminütiger Valse Triste. Nicht so schön traurig wie der von Sibelius, aber hörenswert.“ - Lothar Brandt (AUDIO+stereoplay 11/24)
(Podcast) RONDO: Im Oldtimer zum Konzert – Der Geiger Thomas Albertus Irnberger
"Den Höhepunkt des Albums aber bildet Irnbergers geradezu magische Interpretation des weltberühmten Violinkonzerts, die sich in der riesigen Diskographie des Werks ganz weit vorne einreiht. Es gelingt ihm, mit blitzsauberem Ton und grosser gestalterischer Souveränität dessen geheimnisvollen nordischen Zauber zu bewahren, so dass sich das Wechselspiel zwischen ihm und dem dunkel brodelnden Orchester wie eine Traumreise, ein fantastischer Monolog vor bedrohlicher Kulisse anhört." Musik & Theater
"This selection of the violin concerto, two suites of pieces for violin and piano and selections from two other suites provide the listener with a full range of Sibelius’ fertile musical imagination. Thomas Irnberger is a fine musician who gives the concerto fireworks and passion. However, he chooses tone over rhythm which, especially in the third movement, is disturbing. Sibelius shows his compositional skills in the duos that follow. Here, in the Five Pieces for Violin and Piano, Op. 81), Four Pieces for Violin and Piano (Op. 115) and one piece each from Op. 51 and 106, Irnberger and Michael Korstick (piano) shine in their interpretation of these delightful and fascinating works. As a tribute to the performer at the concerto’s premiere, von Vecsey’s Valse Triste, completes the CD; on a CD of works by Sibelius, one wonders why." - Susan Pierotti, Stringendo Dezember 2025